Blutweiderich-Langhornbiene

Eucera salicariae

Wildbienen im Freiland zu bestimmen ist ein schwieriges Unterfangen. Eine zuverlässige Ansprache ist nur bei solchen Arten möglich, die auf eine Pflanzenart spezialisiert sind. Eine solche Lebensweise nennt man oligolektisch. Wenn dann die Bienen auch noch einigermaßen auffällig sind wie die lang gefühlerten Männchen der Blutweiderich-Langhornbienen, können auch Ungeübte diese Spezialisten erkennenn.
Die Männchen patroullieren an den Lythrum salicaria, laben sich am Nektar und warten dort auch auf die Weibchen.
23.07.2020
01.09.2009 – Frühaufsteher entdecken Schlafgesellschaften der Männchen an den Blüten.
Sobald die Temperaturen am Morgen wieder ansteigen, werden die Männer aktiv und fliegen umher. Die Weibchen verbringen die Nächte in den selbst gegrabenen Niströhren im Boden, in denen auch die Neue Brut angelegt wird.
20.08.2008 – In unserem Garten haben sich die Weideriche von alleine angesiedelt und sind dankbare Stauden der Hochstaudenflur. Sie sind anspruchslos, werden ca. 150 cm hoch, sind standfest und bestechen durch ihre lange Blütezeit. Einzelne „angeflogene“ Goldruten wurden belassen und ergeben ein buntes Gartenbild, sowie Nektar für Insekten.
20.07.2020 – Die fortgeschrittene Sukzession wird gezähmt, der Teich aktuell saniert. Die Weideriche blühen um die Wette und laden zu interessanten Beobachtungen ein.
Die Weibchen flitzen von Büte zu Blüte, sammeln Pollen und Nektar und tragen dieses Gemisch als Proviant in die Erdnester für die Larven ein. Diese Blütenbesuche (auch die der Männchen) sind so rasant, dass man große Mühe hat mit dem Fotografieren.
Ein Weibchen bei der Nektarernte.
Und hier bei der Körperpflege auf einem Blatt.
Den Blutweiderich treffen wir häufig an Uferböschungen, Gräben und Dämmen.
Auch beim Alten Hafen in Schröck ist er zu finden. Die zahlreichen Blüten, sowie die lange Blühdauer macht sie so wichtig für zahlreiche andere Insekten.
Die Blaue Holzbiene findet sich ein,
auch Hummel und Assel kommen auf ihre Kosten.
Hier ist es eine Garten Wollbiene.
24.06.2008 – Oft sehen wir nur die Blüten unserer Pflanzen. Mindestens genauso wichtig ist allerdings die Funktion als Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlinge. Hier sehen wir einen Faulbaum Bläuling bei der Eiablage an einem Blutweiderich.
19.07.2009 – Sobald die Blütezeit der Weideriche beginnt, beobachten wir auch die Faulbaum Bläulinge im Garten.
01.08.2020 – Diese Bläulinge sind zuverlässige Gäste in unserem Garten. Das beweisen auch die Aufzeichnungen, die wir im Rahmen des Tagfalter Monitorings erstellen.
In solchen Pseudogärten verlieren sich keine Wildbienen. Diese Flächen sind allenfalls Beispiele zum persönlichen Erfahren der Klimaerwärmung. Vergangene Woche hatten wir 37 Grad im Schatten. Dort wurden 58 Grad gemessen! Solche Schandflecken wurden verboten und die Vorgarten Polizei wird sich um die Umsetzung kümmern. Mit Artenvielfalt haben diese Gärten des Grauens nichts zu tun. Sagt die Wildbiene.

Ralf Schreck – Wildbienen Freund

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