Frühling in der Heimat

Wenn der Frühling ins Land zieht, wäre es eine Beleidigung der Natur, nicht einzustimmen in ihr Jauchzen. – John Milton

Blick auf Eggenstein vom Pfinzkanal beim Absturzbauwerk.

Winters Flucht – August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Dem Winter wird der Tag zu lang, ihn schreckt der Vögel Lustgesang; Er horcht, und hört’s mit Gram und Neid, Und was er sieht, das tut ihm leid; Er flieht der Sonne milden Schein, sein eigner Schatten macht ihm Pein; Er wandelt über grüne Saat und Gras und Keime früh und spat: Wo ist mein silberweißes Kleid? Mein Hut, mit Demantstaub beschneit? Er schämt sich wie ein Bettelmann, und läuft, was er nur laufen kann. Und hinterdrein scherzt Jung und Alt in Luft und Wasser, Feld und Wald; Der Kiebitz schreit, die Biene summt, der Kuckuck ruft, der Käfer brummt; Doch weil’s noch fehlt an Spott und Hohn, so quakt der Frosch vor Ostern schon.

Mein Garten von Matthias Claudius

Jeden Morgen in meinem Garten öffnen neue Blüten sich dem Tag. Überall ein heimliches Erwarten, das nun länger nicht mehr zögern mag. Die Lenzgestalt der Natur ist doch wunderschön, wenn der Dornbusch blüht und die Erde mit Gras und Blumen prangert.

Die schönste Zeit von Annette von Droste Hülshoff

Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein? Da grünt und blüht es weit und breit im goldenen Sonnenschein. Am Berghang schmilzt der letzte Schnee, das Bächlein rauscht zu Tal. Es grünt die Saat, es blinkt der See im Frühlingssonnenstrahl. Die Lerchen singen überall, die Amsel schlägt im Wald! Nun kommt die liebe Nachtigall und auch der Kuckuck bald. Nun jauchzet alles weit und breit, da stimmen froh wir ein: Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein?

Winter Ade! August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

So hört doch, was die Lerche singt! Hört, wie sie frohe Botschaft bringt! Es kommt auf goldnem Sonnenstrahl Der Frühling heim in unser Tal, Er streuet bunte Blumen aus und bringet Freud‘ in jedes Haus.         Winter, ade!         Frühling, juchhe! Was uns die liebe Lerche singt, in unsern Herzen wiederklingt. Der Winter sagt: ade! ade! Und hin ist Kälte, Reif und Schnee Und Nebel hin und Dunkelheit – Willkommen, süße Frühlingszeit!         Winter, ade!         Frühling, juchhe!

Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte – im April – um die Erde zu heiraten da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen.    Khalil Gibran

Ich werde nie zum Frühling sagen: Verzeihen Sie, Sie haben dort ein welkes Blatt! Oder zum Herbst: Nehmen Sie es ja nicht übel aber dieser Apfel ist nur zur Hälfte rot.    Friedrich Hebbel

Wolkenleuchten am Abend. Sonnig der Tag, kühl die Nacht. Haben wir heute alles vollbracht? Wie ist es wohl morgen? Wieder voll Sorgen? Sieh die Wolken, die immerzu ziehn, denen ist es egal, wohin wir fliehn. Betrachtest du das Licht, erkennst du dahinter die Zuversicht.

Annette von Droste Hülshoff beschreibt den Gsang der Lerche und für von Fallersleben ist das quiekende Schreien der Kibitze ein Frühlinszeichen. Wer kennt diese Gesänge heute noch? Wann haben wir diese Vogelarten bei uns zum letzten Male gehört oder gar gesehen? Ist es nicht beschämend für uns, dass man den Kiebitz nur noch in vor Menschen abgezäunten Gebieten, wie dem Naturschutzgebiet Kohlplattenschlag bei Spöck, erleben kann?

Heimatliebe Kitsch und Gefühlsduselei? Heimat ist der Ort, an welchem wir leben und uns wohlfühlen, wo wir lieben und streiten. Wo wir Familie, Freunde und unseren Auslauf haben. Wo wir uns verwirklichen und einbringen können. Im folgenden Bild möchte ich euch beschreiben, was Heimat für mich bedeutet.

Bildbeschreibung. Als Schüler hatte ich im Deutschunterricht etliche Bildbeschreibungen anzufertigen und wusste eigentlich so gar nicht, was ich schreiben sollte. Das ist heute anders und deshalb bin ich froh, dass der gute Herr Glutsch nicht locker ließ. Was sehen wir? Wir sind in Leopoldshafen, beim Platz der katholischen Kirche. Die Felsenbirnen bei der Kirche blühen und verströmen den Duft von Frühling. Bienen fliegen emsig in den Kronen und sammeln Pollen und Nektar. Die Kirche als Herberge für die Gläubigen lädt ein zum Gottesdienst. Bald kommen die ersten Besucher, es ist Sonntag. Es findet sich eine Gemeinschaft. Spuren einer anderen Gemeinschaft entdecken wir am linken Bildrand in der Mitte. Es ist eine vom Seniorenbeirat initiierte Haltestelle mit einer Mitfahrbank. Das sind Menschen, die sich kümmern, sich für andere einsetzen. Im Vordergrund sehen wir die von der AG Umwelt errichtete Kräuterspirale, die jedermann beernten kann. Jedes Mal, wenn ich davor stehe, denke ich an Barbara, die in der Nähe wohnt und sich um die Pflege kümmert. Wir sehen das Hinweisschild zur Spirale, welches die Gemeinde Egg-Leo finanziert und gestellt hat. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs sind involviert und schauen nach, ob bewässert werden muss. Obwohl der Himmel grau ist und ein kühler Wind weht, friert mich nicht. Es ist ein Ort mit Zeichen und Symbolen von Menschen, die sich für andere einsetzen. Es ist ein Ort für Menschen. Wir haben viele solcher Plätze in unseren Orten. Das ist für mich Heimat. Und das gibt es überall. Heimat bedeutet angekommen zu sein und aufgenommen zu werden.

Ralf Schreck – Frühlingsfreund

Nachtrag

Diese Heimatgeschichte ist noch nicht zu Ende. Schaut mal, was mir Florian als Kommentar zu meinem Blogbeitrag geschickt hat. Ist das nicht ein sehr schönes Bekenntnis zum Thema? Das macht Mut. Eben komme ich vom Gottesdienst aus der evangelischen Kirche zurück. Gerhard und ich haben wieder einmal die Zeremonie filmisch festgehalten. Er ist jetzt gerade dabei mit den Schneidearbeiten und ab 15.00 Uhr wird es auf dem youtube Kanal der Kirche freigeschaltet. Jeder Gottesdienst ist besonders. Heute wurde der Opfer der Corona Pandemie gedacht. Pfarrer Boch findet jedes Mal dir richtigen Worte. Voller Trost, Zuspruch und Hoffnung. Und den Gerhard habe ich gestern bei meinem 5. Corona Test getroffen. Ich habe ihn kaum erkannt, so vermummt war er. Er hatte sich als freiwilliger Helfer beim Testen gemeldet. Auf meine Frage, wie er zu diesem Job gekommen sei, meinte er nur, Regine von der Gemeinde hätte gefragt wer helfen könnte. Ja, Regine vom Rathaus hat dort das größte Herz. Genau, das sind wir. Wir können nicht nur gut feiern, wir stehen auch parat, wenn es darauf ankommt. Wir haben viele solcher Menschen. Matthias, Florian, Gerhard, Regine, Mario und viele, viele andere, die aus demselben Holz geschnitzt sind. Und wir haben einen Wolfgang, aber das ist eine andere Geschichte.

Erst ein Vogel seiner klänge,
dann ein Rauschen der brandenden See.
Leichte Röte „sieh“ dort vorne,
am Horizonte sich erhebt.

Auch das Grüne in der Ferne
sich ins süße Lichte reckt.
Wo sich noch vor kurzer Weile
die Dunkelheit erstreckt.

Vorbei die dumpfe Kälte
denn der Goldmond wird nun wach.
Mit ihm Farbe spriesen, treiben
in jener weiten Pracht.

Frühjahrs Horizont
Florian Böhm

Morgenspaziergang

… das gestern vor Augen, das morgen scheuend …

Manche Bilder ruhen solange, bis sie durch einen Gedanken wieder zum Leben erweckt werden. Deshalb gibt es heute einen Morgenspaziergang zur Obstanlage im Metzgerwörth in Eggenstein. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016. Auch wenn das Video zusammen geschnitten ist, so ist die enthaltene Romantik dort unten absolut zeitlos. Dasselbe gilt für die Gedichte von Olaf Lorch, welche im Band „Gedankengedichte“ aus dem Jahr 1984 enthalten sind. Auch wenn manches, was er schreibt, nicht „schön“ ist, so hat vieles an Aktualität nichts verloren.

Der Frühaufsteher wird in der Phase des Sonnenaufgangs mit wunderschönen Eindrücken belohnt. Klar, es kostet schon eine gewisse Überwindung am Wochenende früh aufzustehen. Aber einmal draußen, stelle ich mir jedes Mal die Frage, weshalb ich nicht schon letztes Wochenende hier war.

Dabei muss man gar nicht weit laufen. Es reicht sich mit einem Outdoor Stühlchen an einen Rand mit Aussicht zu setzen und dann einfach nur „Fern sehen“. Der Morgennebel mit dem diffusen Licht verwandelt und verzaubert die Landschaft. Jeden Moment sieht es anders aus. Die Bäume recken die Arme nach oben, strecken sich, machen sich lang und begrüßen den Morgen. Das Kronendach entlässt die ersten Strahlen. Vögel sind längst schon beim Morgenkonzert. Ein solches Erlebnis „macht etwas“ mit mir. Dies zu beschreiben ist schwer, man muss es selbst einmal erfahren.

Ein ganz besonderer Morgenspaziergang im Tiefgestade von Eggenstein.

… das gestern vor Augen, das morgen scheuend … Die Unbeschwertheit ist nicht mehr so grenzenlos wie vor Corona. Was wird morgen oder übermorgen sein? Was kommt denn noch alles auf uns zu? Gab es da nicht noch den Klimawandel und ein Artensterben?

Die leben da. Viele Blumen, Gänseblümchen, Wiesen Primel, Ziest und viele andere Pflanzen. Auch ein Imker hat dort seine Bienenstöcke aufgestellt. In der Dämmerung streichen Rehe umher.

So kennen wir diese Obstanlage. Die Metzgerwörthhütte sehen wir beim Vorbeifahren. Ebenso die große Kastanie, die in der Vollblüte am schönsten ist. Wenn man diese Streuobstwiese erkunden möchte, sollte man auf den Wegen bleiben. Alleine schon wegen der Zecken.

Ja, es gibt viel zu entdecken bei uns. Es bedarf meist nur etwas Phantasie und ein frühes Aufstehen.

Ralf Schreck – der_mit_der_Natur_spricht

Winter ade?

Und plötzlich wurde es eisig kalt. So kalt wie lange nicht mehr. Hinzu kam Schnee und der blieb auch liegen. Man nutzte diese Gelegenheit, um seine Spaziergänge neu zu erleben. Was war das ein Vergnügen im frischen Schnee zu staken! Kalte frische Luft, das Draußensein neu erfahren. Unsere Landschaften sehen plötzlich ganz anders aus. Man hat sich nach dem angekündigten Wintereinbruch schon daran gewöhnt und fast über Nacht ist wieder alles verschwunden. Milde 15 Grad hatten wir danach und die ersten Krokusse schießen aus dem Boden. Welch ein Wechsel.

Beim Spöcker Weg Richtung Hardtwald steht im Spargelfeld dieser einsame Baum. Der ist euch bestimmt schon aufgefallen. Also ich bleibe dort regelmäßig stehen und lasse mich vom Anblick inspirieren. Im anschließenden Clip habe ich diesen Baum miteingebaut.

Habt Ehrfurcht vor dem Baum. Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niedriger Gesinnung des einzelnen. Alexander von Humboldt.

Dieser Baum steht bei den Kleingärten beim Bachkanal in Eggenstein. Das Funkeln in der Baumkrone ist nicht für jedermann sichtbar. Es benötigt 1. Fantasie und 2. Kälte im Februar.

Das ist der Schnee von gestern …

Feldrehe bei Eggenstein und Blick auf die Weiden bei den Kleingärten in Leopoldshafen.

Und so schnell der Winter kam, ist der Frühling eingezogen. Die wilden Krokusse sind die ersten. Auch Schneeglöckchen und Winterlinge sind schon am Leuchten. Honigbienen hält es bei diesen Temperaturen nicht mehr im Stock. Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Admiral, die bei uns überwintern flattern umher und wärmen sich in der Sonne. Auch die ersten Schwebfliegen sind schon aktiv. Noch haben wir Winter. Falls es dennoch einmal kalt werden sollte, dann ziehen sie sich an geschützter Stelle zurück und verharren in Kältestarre.

Jetzt wissen wir, was uns fehlte. Die bunte Blütenpracht mit den Bienen. Die Honigbienen sind die ersten, aber bald kommen auch die wilden Verwandten.

Ralf Schreck – Naturfreund

Winterspaziergang im Schnee

Aufgrund unserer geografischen Lage sind Schnee reiche Winter bei uns eher die Ausnahme. Sobald sich die weiße Pracht dann einmal einstellt heißt es hinaus ins Freie und die verzuckerten Landschaften erkunden, bevor am Mittag alles wieder weggeschmolzen ist. Die in der Präsentation gezeigten Bilder sind deshalb auch eine Sammlung aus den Jahren 2006 bis 2021.

Viele Winter sind bei uns einfach nur grau. Doch gibt es auch klare Tage mit eindrucksvollen Licht und Farbenspielen.

Dezember 1992

Sobald sich Eis bildet oder Schnee fällt, bekommt die Landschaft ihren eigenen Reiz. Hier blicken wir auf einen Altrheinarm bei Eggenstein.

In der nachfolgenden Präsentation sind wir zuerst in Eggenstein, danach in Leopoldshafen. Viele Ansichten haben Wiedererkennungswert und können draußen leicht wieder gefunden werden.

Besinnlicher Spaziergang im Schnee

Na, habt ihrs erkannt? Rheinwald bei Eggenstein, Belle Brücke, Fuchsloch, Belle, Kleiner Bodensee, Kirschendamm und Umfeld, Metzgerwörth Anlage, Eiszaubereien bei den Kleingärten. Gewann Wörth unterhalb Penny in Leopoldshafen, Rheinniederungskanal beim Klärwerk, Hammenweg, Allee unterhalb des Friedhofes, Blick auf Friedhof, Denkmal des ehemaligen Bahnhofs und zurück zur Belle Brücke.

Eigentlich nichts neues, denn es sind immer dieselben Spaziergänge, aber eben jedes Mal anders. Und hierfür benötige ich auch keine Kategorisierung zwischen „Bevölkerungsdichte“, „Digitalisierung“ und „Natur“, um den besten „Auszeit-Ort“ zu finden.

Ralf Schreck – Heimatkundler

Neues vom Baumsäger

oder küssen unter Misteln

Wir sind in Leopoldshafen unterhalb des Ortsrandes in der Obstallee beim Hammenweg. Es ist eine schöne Anlage. Die alten Bäume verleihen diesem Ort einen besonderen Charme. Betrachten wir diesen Lebensraum doch einmal genauer und unter verschiedenen Gesichtspunkten.

Der Spaziergänger sagt: „Hier kann ich schön wandern und die Jahreszeiten erleben.“ Die Hundefreundin sagt: „Hier kann ich mit meinem Hund spielen und ihn frei laufen lassen.“ Der Vogelfreund sagt: „Hier kann ich wunderbar Specht, Star, Meisen und Co. beobachten.“ Die Obstfreundin sagt: „Hier kann ich im Herbst die Erlaubnis einholen das Obst zu ernten, um Saft zu pressen.“ Die Jägerin sagt: „Es ist ein schönes Gelände hier und die malerische Obstbaumallee, welche an das Weidengebüsch grenzt ist Lebensraum für viele Tiere. Das Dickicht der Weiden ist eine wertvolle Kinderstube für Reh, Fasan und Co.“ Der Landwirt sagt: „Das war früher eine schöne Anlage. Jetzt gibt es so viele Misteln in den Kronen, die die Bäume schwächen. Das war früher anders. Da war im Herbst großes Interesse am Obst und es gab die beliebten Versteigerungen. Dann schwand die Wertschätzung am heimischen Streuobst, es gab weniger Fürsorge in der Pflege und weniger Druck von außen sich darum zu kümmern.“ Das Rathaus sagt; „Die Landschaft unten im Hammenweg prägt das Bild unserer Gemeinde. Durch Neupflanzungen und Pflegegänge sind wir bestrebt dieses Ambiente zu erhalten.“ Der mit der Natur spricht sagt: „Bringen wir doch alle Interessen unter einen Nenner. Denn wir alle sind am nachhaltigen Erhalt dieser Obstanlage interessiert.“

Wenn wir in dieser Obstallee lustwandeln fällt uns auf, dass es Bäume in den unterschiedlichsten Jahrgängen gibt. Frisch gepflanzte, junge aufstrebende, mittelalte, ganz alte, ehrwürdige, absterbende und tote Bäume. Diese Zusammensetzung ist gar nicht schlecht, es gibt einen Umlauf, es ist eine Nachhaltigkeit zu erkennen. Allerdings nützt es nichts jährlich neue Bäume zu pflanzen, wenn die Pflege, die Nachsorge für den Altbestand zu kurz kommt. Auffällig ist, dass es in vielen Kronen einen starken Befall mit Misteln gibt. Was sind eigentlich Misteln?

Die weißbeerige Mistel – Viscum album – ist ein immergrüner Ektoparasit auf den oberirdischen Teilen von Gehölzen. Misteln sind zweihäusig, es gibt rein weibliche und rein männliche Pflanzen. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen, die Ausbreitung durch Vögel. Das übernehmen bei uns hauptsächlich Häher, Spechte, Misteldrosseln, Mönchsgrasmücken und die selten bei uns durchziehenden Seidenschwänze. Dabei werden die klebrigen Samen mit Schnabel am Holz abgestreift oder sie werden unverdaut mit dem klebrigen Schleim ausgeschieden.

Der Keimling bildet eine Haftscheibe aus, von der ein sogenanntes Haustorium in das Holz eindringt und sich mit den Leitungsbahnen verbindet. Dem Baum werden Wasser und Nährsalze entzogen. Bei starkem Mistelbefall werden die Bäume geschwächt, manchmal auch zum Absterben gebracht. Unten im Hammenweg ist der Befallsdruck so groß, dass bereits junge Bäume befallen sind.

Misteln wachsen sehr langsam. Der Zuwachs beträgt nur ein Sprossglied im Jahr. Zweige mit einer Länge von 50 cm können 30 Jahre alt sein. Und solch große Exemplare gibt es dort zuhauf. Noch.

Nach und nach verschwinden die Misteln. Nicht überall und nicht alle, aber die meisten.

Der Baumsäger in Aktion …

Jammern war gestern. Ab sofort wird angepackt. Man sieht auch einzelne Jäger, die die Initiative ergriffen haben, und die Misteln entfernen. Es geht um den Erhalt des Kulturgutes Streuobstwiese. Dabei steht nicht nur die Obsternte im Vordergrund, sondern es geht um ein Ganzes, so wie zu Beginn beschrieben. Die Bäume in ihrer unterschiedlichen Altersstruktur sind Lebensraum zahlreicher Tiere. Auch die toten Bäume spielen dabei eine wichtige Rolle. Dass sie stehen bleiben dürfen ist ein Verdienst der AG Umwelt. Und dann gibt es noch die Initiative von Manfred, der mit seinen Löwen in Teilbereichen das Obst erntet, versaftet und den Erlös spendet. Alleine das ist schon ein Grund sich für nachhaltige Projekte einzusetzen.

Ralf Schreck – Baumsäger aus Leidenschaft

Weihnachtlicher Spaziergang

in Eggenstein-Leopoldshafen

Wir schreiben das Jahr 2020, das Jahr, in welchem wir lernten uns die Hände richtig zu waschen. Und nicht nur das …

Es geht auf Weihnachten zu. Deshalb lade ich euch heute zu einem besinnlichen Spaziergang ein. Die späten Tage im Jahr haben den Vorteil der früher eintretenden Dunkelheit. So beginnen wir unser kleines Lichterfest mit eintretender Dämmerung gegen 16.30 Uhr. Keine Sorge, bis 20.00 Uhr sind wir längst wieder zu Hause. In Leopoldshafen passieren wir die Kräuterspirale der AG Umwelt und stehen plötzlich staunend am Christbaum der Katholischen Kirche. Beim Evangelischen Gemeindehaus sehen wir den schönen Fensterschmuck, den die Konfis gebastelt haben. Diese Projekte sind eine schöne Tradition in unserer Gemeinde. Bevor wir zum Friedhof gehen halten wir an der Krippe im Pfarrgarten inne. Sie besticht durch ihre Schlichtheit. Auch wenn die Figuren in ihrer Gestalt nur angedeutet sind, so werden sie in unseren Herzen zum Leben erweckt.

Nun betreten wir den Friedhof und unser Blick fällt auf den erleuchteten Baum vor der Aussegnungshalle. Unsere Gemeindearbeiter haben ihre Sache gut gemacht. Von unten bis oben gleichmäßig geschmückt. Der besondere Reiz ergibt sich durch die Spiegelung der Kerzen in den Fenstern.

Wir verlassen den Friedhof am unteren Eingang und spazieren die Blumenstraße entlang, bis wir auf die Leopoldstraße gelangen. Schon zieht uns die Fassade unseres Heimatmuseums in den Bann. Hell erleuchtet vom strahlenden Christbaum staune ich über diesen schönen Anblick. Auch wenn der Zutritt ins Museum noch verwehrt ist.

Na, wenn da man da nicht in weihnachtliche Stimmung gelangt! Ein Höhepunkt jagd den anderen. Wir gehen die Leopoldstraße zurück Richtung Evangelischer Kirche. Auch hier gibt es Illuminationen. Was wird uns alles zugemutet während der Corona Pandemie? Kommet ihr Hirten? Dabei werden Gottesdienst abgesagt und vieles andere auch?

Nun gehen wir in die Tullastraße bis zur Karl Friedrichstraße und staunen über die Bastelarbeiten der Kita Rheinpiraten. Beim Betrachten dieser Weihnachtsserie – und sie ist noch nicht zu Ende – ist mir eines aufgefallen. In diesem Jahr leuchten die Christbäume besonders schön. Weihnachten findet statt! Vieles spielt sich im Kleinen ab, im Hintergrund, im Familiären. An aller Orten wird die Frohe Botschaft verkündet.

Auch in der benachbarten Grundschule finden wir weihnachtlichen Fensterschmuck.

Wir liegen gut in der Zeit und machen einen Abstecher in den Bürgerpark. Beim Blauen Haus gibt es ebenfalls einen Weihnachtsbaum und der sorgt in diesem Bereich ebenfalls für Stimmung.

Nächstes Ziel ist unser Rathaus in der Friedrichstraße. Keine Angst, wir liegen gut in der Zeit. Oben rechts im Zimmer brennt noch Licht. Es ist nicht irgendein Zimmer. Es ist das Bürgermeister Zimmer und dort wird noch für uns alle gearbeitet. Es ist schon erstaunlich was ein erleuchteter Baum an Stimmung bringt. Die meiste Zeit des Jahres stehen die Fichten und Tannen mehr oder weniger unbeachtet herum, bis sie dann im Advent heraus geputzt werden. Während der zwanzig Minuten, die ich vor Ort war, sind von Passanten groß und klein, jung und alt, etliche Selfies gemacht worden.

Wer sich in Eggenstein auskennt, der darf den Bahnhof nicht verpassen. Es sind keine zehn Minuten von hier. Von der Moltkestraße kommend haben wir den längsten Genuß auf die Fassadendekoration.

Jetzt gehts zur Hauptstraße und zum Kirchplatz. Ein weiteres Kleinod in unserem Ort. Dort kommt vieles zusammen. Kirche, Gewerbebaum und der neue Bücherschrank, der vom Seniorenbeirat initiiert wurde.

Im Bücherschrank haben wir genug gestöbert. Es geht weiter zum Ankerberg und wir erblicken unser Heimathaus. Angestrahltes Fachwerk hat was! Auch hier gibt es Weihnachtsstimmung. Überall sind Menschen, die sich kümmern, bemühen und uns in Stimmung versetzen.

Und jetzt gehen wir zum Eggensteiner Friedhof. Im Eingangsbereich leuchtet auch dort ein Christbaum.

Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass wir uns jetzt sputen müssen. Deshalb gehen wir jetzt ohne Umwege nach Hause. Dort haben wir uns bereits weihnachtlich eingerichtet. Die Heilige Familie wohnt in der selbst gebasteltenen Krippe. Strohsterne zieren das Tannenreis. Weihnachten feiern wir im kleinen Kreis.

Zum Schluss möchte ich mich bei meinen Leserinnen und Lesern bedanken für die Aufmerksamkeit, die sie diesem Blog schenken. Und wünschen möchte euch natürlich auch etwas. Lange habe ich mir den Kopf zerbrochen wie ich das denn formulieren kann. Dann hat mir ein lieber Mensch das Gedicht von Elli Mechler geschickt und das bringt es „super schön“ auf den Punkt.

Ich wünsche dir Zeit –
Gedicht von Elli Michler

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,

und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,

nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.

Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,

und die Zeit um zu wachsen, das heißt um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.

Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Herzlichst Ralf Schreck

In der Nachbarschaft

Am Freitag war ich beruflich unterwegs in der näheren Nachbarschaft. Erstes Ziel war der Friedhof Hochstetten. Kaum angekommen wird man von den schönen Bildern der Kita Kindern begrüßt. Da geht man doch gerne wieder hin. Es war ein kalter und grauer Morgen. Und die Stiefmütterchen im neu angelegten Prachtbeet lagen förmlich am Boden. Das ist aber nichts ungewöhnliches, denn die stehen mit den ersten Sonnenstrahlen wieder auf. Im Frühling wird dieser schöne Platz ein „echter Hingucker“.

Friedhof Hochstetten

Weiter ging es nach Liedolsheim. Auch die ist eine schöne Gemeinde. Unterhalb des Friedhofes steht ein schmuckes Fachwerkhaus. Ich nehme die Treppe hinauf, gehe durch den Torbogen und entdecke sofort die nächste Begrüßungsüberraschung. Die bemalten Dachziegel sind inspirierend. Die alten Bäume dort sind Raum bestimmend. Ich erlebe dort eine schöne Stimmung.


Friedhof Liedolsheim

In Rußheim kommt für wenige Minuten die Sonne raus und lässt die Beeren der Feuerdorn Sträucher leuchten. Das sind echte Blickfänge. Auch hier prägen die großen und alten Kastanien den Bereich um das Gärtner gepflegte Grabfeld. Dann entdecke ich die metallene Jesus Figur, die fragend die Hände gen Himmel streckt. Es ist eine schöne Figur, auf dem Eggensteiner Friedhof steht eine ähnliche. Einerseits verkörpert sie den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen, andererseits vermitteln die fragenden Hände auch Hoffnung auf Vergebung, auf Wiedergeburt, auf Erneuerung.


Friedhof Rußheim

Danach bin ich in Neudorf und erfreue mich über die Infotafel an der Kirche, welche der Heimat- und Mesumsverein Graben-Neudorf erstellt hat. Ortsgeschichtler sind in vielen Gemeinden ehrenamtlich tätig und das ist schön so. Friedhöfe als Orte der Erinnerung. An einigen Gräbern finden sich schöne Schrifttafeln, die die Verstorbenen würdigen. Außerhalb des Friedhofs befindet sich eine Marien Grotte. Beim Betrachten dieser Anlage fielen mir unmittelbar die Worte meines Deutschlehres ein. Er meinte damals, ein solcher Ort verliert seinen Kitsch, sobald sich ein Mensch davor kniet und betet. Diese Worte verstand ich als Kind schon.


Friedhof Neudorf

Auf dem Grabener Friedhof fallen die floristischen Werkstücke auf. Hier sprechen die Blumen. Das Grabfeld ist eines der schönsten in der Umgebung. Ein Bestandteil davon ist die Fläche mit dem Sprudelstein. Die Quelle als Symbol für Neuerung und Leben. Tod und Leben, Leben und Tod. Das eine gibt es nicht ohne das andere.

In Neuthard sticht die Stechpalme ins Auge. Rote Beeren zieren die grün-weißen Blätter. Traditioneller Weihnachtsschmuck, den man sich jetzt ins Haus holen kann. Die Aussegnungshalle besticht durch ihre Schlichtheit und die alten Bäume betonen auch hier diesen Ruheort.

Die Aussegnungshalle in Karlsdorf wirkt auf den ersten Blick „altbacken“. Allerdings lockt die Fassade zum näher Treten. Auch ein Blick ins Innere wird belohnt. Das bunte Glasfenster leuchtet einem entgegen und die weißen Fassadensteine geben dem Ganzen einen ruhigen Rahmen.

Spaziergänge in der Nachbarschaft. Vieles ist wie zu Hause. Manches auch anders. Aber überall findet man Gestaltung, Erneuerung und Bewahrung. Diese Orte mit ihren Friedhöfen besuche ich schon mehr als zwanzig Jahre. Die roten Fäden sind überall erkennbar. Das gibt mir zu Denken und erfüllt mich zugleich mit Dankbarkeit an einem Ort, in einem Land zu leben, in welchem vieles funktioniert und uns dabei so selbstverständlich erscheint.

Ralf Schreck – Heimatkundler

Zuversicht

Einsichten zu Ansichten

Ordnung – Manche Motive ziehen mich an. Wie im Reflex zücke ich dann die Kamera und mache ein Bild. Beim Betrachten im Nachhinein versuche ich zu ergründen, was mein Interesse erweckte. Bei den Bildern unten ist es die mir vermittelte Ordnung. Wir sind an der Gemeinschaftsschule und am Kirchplatz in Eggenstein. Der schlichte Betonbau strahlt Ruhe aus, die durch die Bäume betont wird. Beim Kirchplatz ist es der Bücherschrank, der von unserem Seniorenbeirat initiiert wurde. Es ist ein durchdachter Bücherschrank, von außen bedienbar und keine upcycelte Telefonzelle. Seitlich gibt es einen Infobereich. Innen gefüllt mit lesbarer Kultur. Gewerbebaum linker Hand, Weihnachtsbaum rechter. Mittig steht das I-Tüpfelchen, der Bücherschrank. – Wie gesagt, diese Ordnung spricht mich an, auch dieser Ort, ist er doch sehr Symbol behaftet. Das entspricht meiner Wertevorstellung.

Wenn Licht in der Seele ist,
ist Schönheit im Menschen.
Wenn Schönheit im Menschen ist,
ist Harmonie im Haus.
Wenn Harmonie im Haus ist,
ist Ordnung in der Nation.
Wenn Ordnung in der Nation ist,
ist Frieden in der Welt.

aus China

Das ist am Kleinen Bodensee bei Eggenstein. Wer hier eine Ordnung erkennt, der hat das Leben verstanden.

Weitsicht – Vom Balkon blicke ich aufs Hotel Leo und die Mannheimer Straße. Natürlich fallen mir die Sonnenuntergänge auf. Manchmal überwältigend, manchmal nicht sichtbar, weil der Himmel zu grau, aber es ist jeden Tag anders. Das Bild mit dem schöneren Vordergrund hat mir Wilfried geschickt. Das hat er ebenfalls vom Balkon aus gemacht. Er hat an mich gedacht und es mir geschickt. Welch eine Freude! Erlebnisse teilen. Suchen wir nach Gemeinsamkeiten, finden wir sie auch. Eine solche Verbindung führt zur Freundschaft.

Habt Mut zu träumen, und ihr werdet in der Ferne ein Licht leuchten sehen, das schon die Spitzen der Gebirge vergoldet. Es wird über eine Welt flammen, aus der sowohl die lügenhafte Dämmerung der falschen Romantik wie die künstliche und vergiftete Überhelligkeit einer bis zur Tobsucht entfesselten Technik gewichen sein werden.

(Jakob Wassermann, 1873-1934)

Hoffnung – Wir sind unten beim FVL Leopoldshafen und erblicken die graue Wolkenwand. Im benachbarten Wörth ist sie bereits schwarz. Sehen wir das Unheil und die Furcht oder freuen wir uns auf die Erneuerung nach dem Regen? Auf die aufsteigenden Nebel unter den Apfelbäumen der Obstanlage Metzgerwört in Eggenstein? Auf die hoffnungsfrohe Stimmung im diffusen Gegenlicht? Der Himmel über Leopoldshafen ist bereits azurblau und die weißen Wolken sind die Sahnehäubchen dazu. Die goldnen Sterne finden wir am Firmament des alten Hafens. Wer Sternschnuppen sieht darf sich was wünschen. Und wünschen ist jetzt in der Vorweihnachtszeit angesagt. Deshalb wünsche ich mir Corona weg. Der Baum mit dem Zauberlicht steht im Bereich zwischen Leo und dem Hardtwald.

Schwarze Wolken, graue Wolken

Schwarze Wolken, graue Wolken,
Grau der Kummer, schwarz der Kampf,
Sieh’, dort unter grünen Bäumen
Steigt herauf ein weißer Dampf.

Blauer Himmel, goldne Sterne,
Güt’ger Allmacht Zauberlicht,
Strahlend, wachend in der Ferne,
Herr und Gott verlaß mich nicht!

Friederike Kempner

Welchen Weg wollen wir beschreiten? Den der Erneuerung oder den des Vergehens? Ist das nicht einerlei? Denn beides gehört doch zusammen. Es gibt nicht den einen ohne den anderen. Es ist ein ewiger Kreislauf.

Hier wandern wir Richtung Leopoldshafen unweit der alten Bahnlinie. Es war ein kalter, grauer und nasser Sonntag Morgen und doch war er Bild gewaltig. Rechts ist der braune und vertrocknete abgestorbene Wiesenstreifen, links das frische Gelb der Gründung Wiese. Größer könnte der Gegensatz nicht sein. Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich ja an.

Die Welt will sich erneuern. Es riecht nach Tod. Nichts Neues kommt ohne Tod.
Hermann Hesse

Das war ein klein wenig Heimatkunde.

RM Schreck im Dezember 2020

Hoffnung

Ein kleiner besinnlicher Spaziergang an einem kalten November Sonntag in der Frühe. Die übliche Tour. Und doch ist es jedes Mal besonders.

Als ich diese Blumen entdeckte, musste ich spontan an Angela denken und grüße sie damit.

Beurteile einen Tag nicht nach den Früchten, die du geerntet hast, sondern an den Samen, die du gesät hast.
(Robert Louis Stevenson)

Einer meiner Traumplätze.

“Das Bewusstsein eines erfüllten Lebens und die Erinnerung an viele gute Stunden sind das größte Glück auf Erden.“
(Cicero)

Die blaue Stunde ist für Fotografen sehr begehrt.

Wer einmal sich selbst gefunden, kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.
(Stefan Zweig)

“Der Tod ist das Tor zum Licht
Am Ende eines mühsam gewordenen Weges.“
(Franz von Assisi)

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Grenzgänger zwischen Leopoldshafen und Linkenheim.

Das, worauf es im Leben ankommt, können wir nicht vorausberechnen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet hat.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Am Baggersee Leopoldshafen.

“Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser, Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Die geheimnisvolle Insel im Baggersee.

“Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
Aus dem wir nicht vertrieben werden können.“
(Jean Paul)

Der Morgen war kalt. Die Empfindungen waren es nicht.

Alles, was ich über das Leben gelernt habe, kann ich in drei Worten zusammenfassen: Es geht weiter.
(Robert Frost)

Zauberhafte Wasserwelten

Sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.
(Mahatma Gandhi)

Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden.
(Carl Hilty)

Hinterm Schilf geht es weiter

“Verstehen kann man das Leben nur rückwärts,
Leben muss man es vorwärts.“
(Sören Kierkegaard)

Sieht aus wie in Kanada, ist aber in Schröck

Leben: Das ist das, was passiert, während du fleißig andere Pläne machst.
(Allen Saunders)

Herrliche Herbststimmung

“Den Tod fürchten die am wenigsten,
Deren Leben den meisten Wert hat“
(Immanuel Kant)

Heimat

“Der Tod ist gewissermaßen eine Unmöglichkeit,
Die plötzlich zur Wirklichkeit wird.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Der Titel dieses Bildes heißt Hoffnung und Zuversicht. Durch die kalte Laubdecke sprießt neues Grün. Mehr muss man dazu nicht sagen.

“Sie ist nun frei
Und unsere Tränen
Wünschen ihr Glück.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Meine Art der Trauerbewältigung.

Spaziergang zur Roten Brücke

Erst hören oder lesen, dann zum Video unten …

Beim Andi Bräu überquere ich die Landstraße und blicke beim Absturzbauwerk ins Tiefgestade. Ewald meinte ich solle mir doch den roten Mohn anschauen, der wäre jetzt so schön. Und schon geht es hinab auf einem der Dämme. Ein Meer roter Blüten lädt meine Augen zum Tanzen ein. Es ist unmöglich diese Tupfer nicht zu beachten.

Nach wenigen Metern geht der Blick dann nach rechts auf die Silhouette von Leopoldshafen. Wie in einem ewigen Kreislauf ziehen die Wolken vorüber. Dabei spielt die Jahreszeit überhaupt keine Rolle. Im Sommer ist es ein bisschen grüner und bunter und im Winter eben grauer. Wenn die Kamine rauchen sitzen die Menschen gemütlich beisammen. Jetzt, wo wir die Bewohner in guten Händen wissen, laufen wir weiter zur Roten Brücke.

Wie die Wolken ziehen, so fließt das Wasser immerzu in Richtung Meer. Die frühen Nebelschwaden steigen auf und verbinden sich mit den Wolken im Himmel. Am schönsten ist der Zeitpunkt, wenn sich der Morgen allmählich vor die Nacht schiebt. Für einige Momente leuchtet das Morgenrot und verleiht dieser Szene eine besonders edle Note. Wer bei einem solchen Schauspiel mitträumt wird eins mit der Umgebung, wird eins mit der Natur. Plötzlich stehe ich in den Nebelschwaden, die langsam meine Wangen berühren. Der wolkenlose Morgen ist kühl, doch bald durchfluten die ersten Sonnenstrahlen die klammen Glieder.

Weiter oben bei der Zugbrücke findet man vergleichbare Eindrücke und Erlebnisse. Es herrscht eine unbeschreiblich schöne Stimmung. Wo die Worte fehlen kommen die Gefühle ins Spiel. Schauen und erleben. Allmählich weicht die Kühle und mit den ersten Sonnenstrahlen durchflutet eine wohlige Wärme meinen Körper.

Beim Rückweg schaue ich immer auf den Alten Hafen und erblicke Sophie. Manchmal wünsche ich mir einzusteigen und mit ihr den Strom hinab Richtung Meer zu fahren. Alle Ängste und Sorgen über Bord werfen und in eine bessere Welt entfliehen. Aber nein, das geht nicht. Sophie hängt an einer Kette. So gehe ich träumend wieder heim.

Kann man nicht schön träumen in Leopoldshafen?

Es sind Zeitrafferaufnahmen, die 2019 und 2020 zu unterschiedlichen Jahreszeiten entstanden. Das bedeutet natürlich, dass es in Schröck zeitlos schön ist.

Die dem Video hinterlegte Musik heißt „Meditation“ und entstammt dem Nachvertonungsarchiv 8 von Magix Video und Fotoshow.

Ralf Schreck – träumender Foto- und Videofreund …