Pflanzen für Menschen und Insekten

Lust auf ein Umwelt Projekt? Dann seid ihr hier richtig.

Nachstehend möchte ich euch einige Pflanzen vorstellen, die sowohl Menschen, als auch Insekten erfreuen.

Lavendel

Der Lavendel – Lavandula angustifolia war in der Zeit meiner Baumschulgärtner Lehre eine Modepflanze. Eine Symbolpflanze für den Mittelmeerraum. Erinnerte er uns doch an die Urlaube in Spanien, Italien, Portugal oder Griechenland. Sobald man ein kleines Blättchen von ihm zerrieb stieg einem der typische Lavendel Duft in die Nase und die Erinnerung an die schönsten Tage im Jahr waren wieder präsent. Setzen wir Pflanzen für die Sinne, freuen sich nicht nur die Wildbienen. Die schmal lanzettlichen Blätter sind grau filzig behaart. Dadurch sind sie an trocken heiße Standorte angepasst, weil die Verdunstungsrate reduziert ist. Die lila Blüten erscheinen im Juni bis Juli in endständigen Büscheln. Wer im Thai Restaurant beim Sportplatz des FC Alemannia im Juni im Biergarten saß, konnte einen Hummelschwarm beim Lavendel tanken beobachten. Lavendel können wir mit einem fachgerechten Schnitt für viele Jahre auf eine Höhe von 50 Zentimeter erziehen, bei einem Durchmesser von etwa einem Meter. Ohne Schnitt verholzt er, schiebt sich in die Höhe und fällt wegen Kopflastigkeit irgendwann um. Man findet dann recht skurrile Gestalten, die dadurch ihre Daseinsberichtigung begründen. Schmetterlinge, Schwebfliegen und zahlreiche Wildbienen treffen sich am Lavendel.

Katzenpfötchen

Das Rote Katzenpfötchen – Antennaria dioica `Rubra´ ist eine Polsterstaude, die ca. 10 cm hoch wird. Die rötlichen Blütenköpfchen erscheinen im Mai in katzenpfotenartigen Trugdolden, daher der Name. Diese mehrjährige Staude gedeiht am besten an sonnigen, trockenen und nährstoffarmen Standorten. Sandige Gartenerde oder ein extensives Dachgartensubstrat sind ideal. Dieses Antennaria ist eine gärtnerische Auslese der Wildart, die von Europa bis Asien vorkommt. Gartenpflanzen, die züchterisch noch wenig bearbeitet sind, werden von vielen heimischen Insekten als Nahrungsquelle für Nektar und Pollen geschätzt. Honig- und Wildbienen lassen sich dort sehr gut beobachten. Katzenpfötchen sind typische Steingartenpflanzen, die an solchen Standorten konkurrenzstark und deshalb sehr pflegeleicht sind.

Dachwurz

Die Hauswurz – Sempervivum ist eine sehr alte und beliebte Gartenpflanze. Die derben und immergrünen Rosetten sind eine wahre Augenweide. Es sind Hungerkünstler für trockene und heiße Standorte. Fugen, Schotter und Geröllflächen sind ihre Lieblingsplätze. Deshalb fühlen sie sich in Trögen, Schalen und Steingärten sehr wohl. Die Blüten erscheinen im Juni an ca. 10 cm hohen Stängeln, wo sie u.a. auch von Wildbienen besucht wird. Wer die filigranen Blüten betrachtet entdeckt, dass sich dort Wildbienen einfinden, die kaum einen halben Zentimeter groß sind. Mit der Dach- oder Hauswurz schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die makellosen Rosetten schmeicheln unserem Auge und die Blüten sind eine wertvolle Labung für unsere heimischen Wildbienen.

Die beschrieben Pflanzen sind schön. Damit können wir eine kleine Fläche an einem heißen und trockenen Standort gestalten. Das ist wichtig, denn ein schattiger und feuchter Ort sagt ihnen nicht zu, das ist nicht das, wofür sie geschaffen sind. Das würde ihre Lebensdauer arg verkürzen. Für solche Standorte gibt es andere schöne Pflanzen, die ich später vorstellen möchte.

Wir nehmen die Leitpflanze (Lavendel) und gruppieren die Polsterstauden um ihn herum. In unserem Falle nehmen wir zwei Polsterstauden in je zwei Arten. Das Ergebnis ist eine kleine und feine Pflanzengemeinschaft, die aus fünf Pflanzen besteht. Das ist der Plan. Und weil das ein sehr schöner Plan ist, wollen wir ihn mit euch teilen. Die Idee hierzu ist zwei Sortimente mit je fünf Stauden zusammenzustellen, die interessant für Mensch und Wildbiene sind. Das eine Sortiment habe ich bereits vorgestellt, das andere ist in Vorbereitung. Es soll eine Aktion werden, bei der die beiden Sortimente an Interessenten verkauft werden. In der Öffentlichkeit wird diese Aktion beworben, wer Interesse hat, meldet sich verbindlich und an einem Aktionstag, wie z.B. dem Bauernmarkt oder an einem Umwelttag, erfolgt die Ausgabe. Vorausgesetzt Corona lässt das zu. Zur ersten Aktion stehen je 48 Sortimente zur Verfügung, also 96 Interessenten könnten zu Wildbienen Freunden werden. Sollte diese Aktion erfolgreich sein, könnte man weitere ins Leben rufen.

Niemand kauft „die Katze im Sack“, denn die vorgeschlagenen Pflanzen sind auf „Insektentauglichkeit“ getestet. Das zeigen auch meine Bilder.

Na, Lust bekommen etwas für die Biodiversität zu tun? Sollte diese Aktion zustande kommen, wird im Amtsblatt darüber berichtet.

Ralf Schreck – Aktivist für sinnvolle Umweltprojekte

Rückblick – oder was ich alles vermisse

Der Vorteil sich mit dem Dorfgeschehen zu befassen liegt darin, dass man sich auskennt. Hierzu reisen wir ins letzte Jahrhundert und schauen uns einmal an, was an öffentlichem Leben alles geboten wurde. Nehmen wir das Jahr 2018 und lustwandeln durch die Monate. Gewiss, es ist eine subjektive Bildgeschichte aus meiner ganz persönlichen Sicht und beschreibt nur einen kleinen Teil unseres öffentlichen Lebens. Manches hat Wiedererkennungswert und zeigt wie unser Leben früher einmal war. Heimatkunde eben.

Januar

Spontan fiel der Entschluss zur Feuerwehr Leo zu spazieren, um dort gemeinsam das Neue Jahr zu begrüßen. Feuerwerk und Sekt: perfekt! Die Ortsgschichte Gruppe traf sich regelmäßig, um Aktivitäten wie Vorträge, Aufführungen, Film Nachmittage, Feste, und anderes zu besprechen und zu organisieren. Die Sternsinger waren unterwegs, die Christbaumsammlung war schon traditionell. Wolfgang Knobloch eröffnete die Sonderausstellung im Heimat Museum. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde gab man sich zwanglos, freute sich mit über die Geehrten und lauschte der Rede des Bürgermeisters über Vergangenes und Zukünftiges. Die Hinweistafeln an unseren Ortseingängen waren über Monate hinweg ausgebucht. In der Rheinhalle lockte die Ortsgeschichte zur Veranstaltung „200 Jahre Tulla“.

Februar

Der Februar war der Faschingsmonat. Die Masken waren gewollt, viele mit Liebe und Freude selbst gebastelt. Die Alde Bumbl luden die Kinder der Kita Märchenwald zum Umzug Richtung Rathaus. Welch eine Freude für die Beteiligten und die Zuschauer! Ja, wir erlebten Freude, die vielen Menschen ins Gesicht geschrieben stand. Auch einen „großen“ Faschingsumzug durften wir erleben. Ein „Muss“ nicht nur für Ortsgeschichtler. Unser Ortsgeschehen wird dort in den zahlreichen Motivgruppen und Wagen sehr schön dargestellt, auf die Schippe genommen und man feiert ausgelassen.

März

Im März gab es die nächste Zusammenkunft der Ortsgeschichte im Heimatmuseum, später das Netzwerktreffen zu den geplanten Ferienspassaktionen im Sommer. In lockerer Runde, mit netten Menschen plaudern, Erfahrungen austauschen, Pläne schmieden. Unbeschwert und unbefangen. – Genauso sind wir dann für eine Woche in den Urlaub gefahren. Zum Kaiserstuhl. Erholen, wandern, Pflanzen schauen. Später, im Sommer, sind wir dann noch einmal in Urlaub gefahren. Ein bißchen Wehmut befällt mich schon, wenn ich mir diese Bilder betrachte. „Wie eng die da zusammen sitzen, wo haben die ihre Masken?“

April

Kaum war die Rheinhalle geräumt, lud der Kulturverein zum Kulturmarkt ein. Willi Nees als Bürgermeister Stellvertreter sprach die Eröffnung. Ein Könner seines Fachs, hat er doch einen Charme, der seinesgleichen sucht. Heimische Künstler stellten aus, Kinder wurden betreut, man traf sich ungezwungen. Musik Frühstück draußen im Freien, einfach herrlich. Eigentlich wollte ich mir dieses Jahr eine hölzerne Kuckuckspfeife dort kaufen, die wirklich „echt“ nach Kuckuck klingt. Jetzt wurde der Markt zum zweiten Male abgesagt. Eine gewisse Affinität zur Feuerwehr kann ich nicht leugnen. So wurden wir Ende des Monats zum feierlichen Maibaum stellen geladen. Wir konnten nicht eng genug beieinander sitzen. Ja, wo kein Platz mehr war, sind wir einfach aufgerückt. Das zeigt wie beliebt unsere Feuerwehren sind. Jung und Alt vereint, gemeinsam beim Essen, beim Plausch. Dann draußen eröffnet Biancas Spielmannszug die Aktion. Musik! Draußen! Die starken Männer besprachen sich kurz, dann ging es zur Sache. Mit vereinten Kräften wurde das „Problem“ gelöst und der Baum stand wie eine Eins.

Mai

Am 1. Mai begab sich unser Spielmannszug Musik spielend zum Heimatmuseum und erfreute die Anwohner mit fröhlichen Klängen. Eine Woche später führte ich die Kameraden zu unentdeckten Plätzen in Ort und Natur. Wie unbeschwert alles war. Wie klein unsere Sorgen damals waren. Nicht nur Brücken verbinden. Am Pamina Tag gab es im Bürgerpark den Brückengottesdienst, wo ich die Radtour beginnen ließ. Nach Erhalt des Segens ging es los in Ort und Flur. Viel wurde geboten an diesem Tag. Wer nicht teilnahm, der hatte was verpasst! Für Jung und Alt wurde wieder allerhand geboten. Es ist schon erstaunlich, was eine Handvoll Menschen bei uns auf die Beine stellen können! Einschränkungen gab es praktisch nur durch ein bißchen Wasser. Aber was ist schon Regen? Mitte des Monats gab es die Fotoaktion für die Lyra. Gefragt, getan. Wie selbstverständlich alles war. Die fröhlichen Menschen, die schönen Kleider. Ja, es fehlt mir. Heimische Musik, das unmittelbare, die Gänsehaut beim Hörgenuß.

Juni

Es wurde sommerlich. Wir freuten uns bereits auf den bevorstehenden Urlaub. Weg vom Alltag, erholen, „nix“ machen, essen gehen. Sorgen freie Zeit genießen. Zuvor gab es im Bürgerpark den Bauernmarkt. Ein Markt, bei dem etwas besonderes feil geboten wurde. Bei schönstem Wetter kam man zusammen, traf sich, informierte sich, kaufte ein, und setzte sich nieder zum Essen. Wer wollte ging danach ins Andi Bräu zur Brotzeit mit Bier. Lockdown und Homeoffice waren Fremdworte. An Essen abholen beim Andi dachte kein Mensch. In die Armbeuge niesen? Hallo? Aprilscherz? Geh mir fort!

Juli

Alles war bestens vorbereitet zum Jubi 400 Jahre Heimathaus. Ein solches Fest ist der Lohn für all die Mühen. Der restaurierte Esserbrunnen wurde eingeweiht. Ein rundum gelungener Tag. In seinen öffentlichen Reden stellt Bürgermeister Stober jedes Mal die Bedeutung des Ehrenamtes für das Dorfleben in den Vordergrund. Zurecht. Die grundsätzliche Versorgung und Instandhaltung unserer Gemeinde nehmen viele als Slebstverständlichkeit hin. Schulen, Kitas, Straßen und andere Infrastruktur und vieles andere wird von den „Rathäuslern“ von vielen oft unbeachtet erledigt. Jetzt in der Pandemie müssen „die“ ganze andere Aufgaben lösen und meistern. Und es wird gemeistert. Die Prioritätenliste wird geändert und das wichtigste angegangen. Diese Flexibilität konnte man auch 2015 bei der Bewältigung der vielen gestrandeten Flüchtlinge erkennen. Eine solche Leistung wird wahrgenommen und verdient mehr als ein „Danke“. Während dieser Pandemie lernen wir uns neu kennen. Wie gehen wir damit um? Maulen und jammern und ignorieren? Und dann kam das Schröcker Dorffeschd! Es ging in die Geschichte ein. Hatten wir je ein schöner verregnetes Dorffeschd? Was da alles geboten wurde! Für jedermann war was dabei. Ich bin für mehr Demut und Bescheidenheit. Rücksicht mit Überlegung. Die Menschen auf meinen Bildern sind voller Begeisterung und Energie. Das fehlt uns jetzt. Dann sind wir zum zeiten Mal in diesem Jahr in Urlaub gefahren! Nochmal zum Kaiserstuhl, weil es dort so schön war. Die Gottesanbeterin wollten wir finden. Und weil ich „der_mit_der_Natur_spricht“ bin, haben wir sie auch gefunden.

August

Oft stehe ich am Rand und beobachte das Geschehen. Dann plötzlich wird ein Blick erwidert. Es fallen keine Worte, die Augen sprechen und man versteht sich sofort. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Diese Spontanität fehlt mir. Nicht nur die direkte Nähe, auch die Nähe aus der Ferne. Der Augenblick eben. Das Kinderfest war der Höhepunkt im August. Unsere Sorge galt der Hitze und nicht der Ansteckung. Spielen, toben, freuen war angesagt. Am Ende des Monats waren wir beim Ferienspass der Kleingärtner. Für die Kinder gab es Bastelarbeiten und sie bepflanzetn die Kräuterspirale.

September

Der September war voll mit Veranstaltungen. Die Ferienspassaktionen fanden ihren Abschluss beim Grillplatz. Es wuselte nur so vor Kindern. Die Ortsgeschichte stellte zum Tag des offenen Denkmals wieder ein umfangreiches Programm zusammen. Die Museen waren offen, alles durfte erkundet werden. In der Rheinhalle gab es die Ausstellung Licht und Farbe. „Die Grünen“ feierten ihren 20. Geburtstag mit einem fast echten Elvis. Ja, es wurde viel an Kultur geboten. Michael Martin lud zur Filmvorführung über den heimischen Kiesabbau, die viele Menschen besuchten. Ein weiterer Höhepunkt war die Vernissage der Kunstausstellung in unserem Rathaus, die Angela Wörner seit vielen Jahren begleitet. Ja, wir haben ein offenes Rathaus, auch wenn es derzeit nur mit Einschränkungen zu betreten ist.

Oktober

Aktivitäten draußen waren überall möglich und üblich. Hier bauen die AG Umweltler mit Hilfe ihrer Sponsoren die Kräuterspirale für jedermann. Ja, anpacken können wir. Erleben konnte man das auch bei der jährlichen Gemeindeputzete, die ihren Abschluss bei der Feuerwehr Egg mit einem Essen feierte. Was waren das für schöne und inspirierende Veranstaltungen. Das Motto hieß, je mehr kommen, desto größer der Erfolg. Dann freute man sich auf den verkaufsoffenen Sonntag mit Begleitprogramm und auf die Kerwe. Die Schröcker Feuerwehr lockte ihre Fans mit dem traditionellen Kerwe Essen. Da war die Bude wieder krachend voll!

November

Die Kita Kindern huldigten St. Martin mit einem kleinen Umzug. Die Feuerwehr sorgte mit einem Lagerfeuer für die schöne Stimmung. Von wegen kalter November. Wir rückten zusammen und genossen die Wärme. Beim Volkstrauertag waren viele Menschen zugegen, um der Toten zu gedenken. Die Tage wurden kürzer, allmählich wurde es schon weihnachtlich. Die Vorbereitungen für diese Veranstaltungen im Dezember waren voll im Gange.

Dezember

Der Dezember gab sich mit Veranstaltungen die Klinke in die Hand. Für unsere Senioren ist die Weihnachtsfeier eine begehrte Veranstaltung. Wo sonst trifft man seinesgleichen am selben Ort? „Dich habe ich ja schon lange nicht mehr gesehen“. „Ich bin doch froh, dass ich mich angemeldet habe, der Nachmittag war wieder so schön.“ Beim Adventssingen in der evangelischen Kirche Eggenstein war eine Darbietung schöner als die andere. Eine Stimmung, die schöner nicht sein konnte. Auch der Nikolaustag am und im Heimatmuseum Leopoldshafen war wieder einmal unvergesslich. Das sind Termine, die man einfach im Kalender fest eintragen muss! Auch die Aktionen zum Lebendigen Adventskalender waren schön. Ein letztes Konzert gab es in der evangelischen Kirche Leo mit 4Cant. Und zum Schluss wurden wir von den Jägern zur Drückjagd in den heimischen Forsten geladen.

Das Jahr ging zu Ende. Eigentlich ein ganz „normales“ Jahr, denn früher war das so bei uns. Dabei habe ich nur das beschrieben, wo ich persönlich dabei war. Wir haben ja noch viel mehr zu bieten., aber überall kann ich nicht sein. Das ist das Leben in Eggenstein-Leopoldshafen. Das ist die Verwirklichung des Mottos „Wohlfühlen in Vielfalt“. Und das ist das, was „so nebenbei“ durch das Ehrenamt verwirklicht wird. Das ist das, was eine Dorfgemeinschaft ausmacht, das ist der rote Faden, der von den vielen Freiwilligen gestrickt und weiter gereicht wird. Seit einem Jahr sind wir im Stillstand, warten auf Test- und Impftermine. Das Virus ist heimlich und heimtückisch. Die Fäden werden aktuell im Hintergrund gezogen. Viele Aktivitäten sind neu entstanden, die Art und Weise sich zu kümmern hat sich verändert. Was wird noch alles kommen? Wir wissen es nicht.

Manchmal sieht man zwei Regenbogen. Hinten wird es schon wieder hell.

Meine Lieben,

wenn euch die Geschichten, die ich heute vorgestellt habe gefallen haben, dann erkennt ihr auch die Zuversicht und Hoffnung, die uns inne wohnt, um dort wieder anzuknüpfen, wo es hat aufhören müssen. Vieles liegt in unserer Hand. Viele Hände können viel gestalten. Ostern steht für Erneuerung und Aufbruch. Irgendwann ist auch die letzte Fastenzeit zu Ende. Und wenn es los geht bin ich wieder dabei. Ihr auch?

Es ist mir vergönnt bei den Filmaufnahmen der Gottedienste der evangelischen Kirche Leopoldshafen mit zu helfen. Vorgestern entstanden die Aufnahmen für den Gottesdienst am Oster Sonntag. Pfarrer Matthias Boch hat passende Worte gefunden. Es lohnt sich am Sonntag dem youtube Link der evangelischen Kirche zu folgen. Hier einige seiner treffenden Worte.

Feiert mit mir das Fest aller Feste, schmückt trauernde Häuser,

kehrt Schmutz von den Straßen, lasst leere Tische sich biegen,

schlagt verschlossene Fässer auf, freut euch mit mir am Wunder aller Wunder.

Kommt aus den Kellern der Angst, öffnet verriegelte Türen,

reißt dumpfe Fenster auf …

Frohe Ostern wünscht Ralf Schreck

Morgenspaziergang

… das gestern vor Augen, das morgen scheuend …

Manche Bilder ruhen solange, bis sie durch einen Gedanken wieder zum Leben erweckt werden. Deshalb gibt es heute einen Morgenspaziergang zur Obstanlage im Metzgerwörth in Eggenstein. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016. Auch wenn das Video zusammen geschnitten ist, so ist die enthaltene Romantik dort unten absolut zeitlos. Dasselbe gilt für die Gedichte von Olaf Lorch, welche im Band „Gedankengedichte“ aus dem Jahr 1984 enthalten sind. Auch wenn manches, was er schreibt, nicht „schön“ ist, so hat vieles an Aktualität nichts verloren.

Der Frühaufsteher wird in der Phase des Sonnenaufgangs mit wunderschönen Eindrücken belohnt. Klar, es kostet schon eine gewisse Überwindung am Wochenende früh aufzustehen. Aber einmal draußen, stelle ich mir jedes Mal die Frage, weshalb ich nicht schon letztes Wochenende hier war.

Dabei muss man gar nicht weit laufen. Es reicht sich mit einem Outdoor Stühlchen an einen Rand mit Aussicht zu setzen und dann einfach nur „Fern sehen“. Der Morgennebel mit dem diffusen Licht verwandelt und verzaubert die Landschaft. Jeden Moment sieht es anders aus. Die Bäume recken die Arme nach oben, strecken sich, machen sich lang und begrüßen den Morgen. Das Kronendach entlässt die ersten Strahlen. Vögel sind längst schon beim Morgenkonzert. Ein solches Erlebnis „macht etwas“ mit mir. Dies zu beschreiben ist schwer, man muss es selbst einmal erfahren.

Ein ganz besonderer Morgenspaziergang im Tiefgestade von Eggenstein.

… das gestern vor Augen, das morgen scheuend … Die Unbeschwertheit ist nicht mehr so grenzenlos wie vor Corona. Was wird morgen oder übermorgen sein? Was kommt denn noch alles auf uns zu? Gab es da nicht noch den Klimawandel und ein Artensterben?

Die leben da. Viele Blumen, Gänseblümchen, Wiesen Primel, Ziest und viele andere Pflanzen. Auch ein Imker hat dort seine Bienenstöcke aufgestellt. In der Dämmerung streichen Rehe umher.

So kennen wir diese Obstanlage. Die Metzgerwörthhütte sehen wir beim Vorbeifahren. Ebenso die große Kastanie, die in der Vollblüte am schönsten ist. Wenn man diese Streuobstwiese erkunden möchte, sollte man auf den Wegen bleiben. Alleine schon wegen der Zecken.

Ja, es gibt viel zu entdecken bei uns. Es bedarf meist nur etwas Phantasie und ein frühes Aufstehen.

Ralf Schreck – der_mit_der_Natur_spricht

Winter ade?

Und plötzlich wurde es eisig kalt. So kalt wie lange nicht mehr. Hinzu kam Schnee und der blieb auch liegen. Man nutzte diese Gelegenheit, um seine Spaziergänge neu zu erleben. Was war das ein Vergnügen im frischen Schnee zu staken! Kalte frische Luft, das Draußensein neu erfahren. Unsere Landschaften sehen plötzlich ganz anders aus. Man hat sich nach dem angekündigten Wintereinbruch schon daran gewöhnt und fast über Nacht ist wieder alles verschwunden. Milde 15 Grad hatten wir danach und die ersten Krokusse schießen aus dem Boden. Welch ein Wechsel.

Beim Spöcker Weg Richtung Hardtwald steht im Spargelfeld dieser einsame Baum. Der ist euch bestimmt schon aufgefallen. Also ich bleibe dort regelmäßig stehen und lasse mich vom Anblick inspirieren. Im anschließenden Clip habe ich diesen Baum miteingebaut.

Habt Ehrfurcht vor dem Baum. Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niedriger Gesinnung des einzelnen. Alexander von Humboldt.

Dieser Baum steht bei den Kleingärten beim Bachkanal in Eggenstein. Das Funkeln in der Baumkrone ist nicht für jedermann sichtbar. Es benötigt 1. Fantasie und 2. Kälte im Februar.

Das ist der Schnee von gestern …

Feldrehe bei Eggenstein und Blick auf die Weiden bei den Kleingärten in Leopoldshafen.

Und so schnell der Winter kam, ist der Frühling eingezogen. Die wilden Krokusse sind die ersten. Auch Schneeglöckchen und Winterlinge sind schon am Leuchten. Honigbienen hält es bei diesen Temperaturen nicht mehr im Stock. Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Admiral, die bei uns überwintern flattern umher und wärmen sich in der Sonne. Auch die ersten Schwebfliegen sind schon aktiv. Noch haben wir Winter. Falls es dennoch einmal kalt werden sollte, dann ziehen sie sich an geschützter Stelle zurück und verharren in Kältestarre.

Jetzt wissen wir, was uns fehlte. Die bunte Blütenpracht mit den Bienen. Die Honigbienen sind die ersten, aber bald kommen auch die wilden Verwandten.

Ralf Schreck – Naturfreund

Winterspaziergang im Schnee

Aufgrund unserer geografischen Lage sind Schnee reiche Winter bei uns eher die Ausnahme. Sobald sich die weiße Pracht dann einmal einstellt heißt es hinaus ins Freie und die verzuckerten Landschaften erkunden, bevor am Mittag alles wieder weggeschmolzen ist. Die in der Präsentation gezeigten Bilder sind deshalb auch eine Sammlung aus den Jahren 2006 bis 2021.

Viele Winter sind bei uns einfach nur grau. Doch gibt es auch klare Tage mit eindrucksvollen Licht und Farbenspielen.

Dezember 1992

Sobald sich Eis bildet oder Schnee fällt, bekommt die Landschaft ihren eigenen Reiz. Hier blicken wir auf einen Altrheinarm bei Eggenstein.

In der nachfolgenden Präsentation sind wir zuerst in Eggenstein, danach in Leopoldshafen. Viele Ansichten haben Wiedererkennungswert und können draußen leicht wieder gefunden werden.

Besinnlicher Spaziergang im Schnee

Na, habt ihrs erkannt? Rheinwald bei Eggenstein, Belle Brücke, Fuchsloch, Belle, Kleiner Bodensee, Kirschendamm und Umfeld, Metzgerwörth Anlage, Eiszaubereien bei den Kleingärten. Gewann Wörth unterhalb Penny in Leopoldshafen, Rheinniederungskanal beim Klärwerk, Hammenweg, Allee unterhalb des Friedhofes, Blick auf Friedhof, Denkmal des ehemaligen Bahnhofs und zurück zur Belle Brücke.

Eigentlich nichts neues, denn es sind immer dieselben Spaziergänge, aber eben jedes Mal anders. Und hierfür benötige ich auch keine Kategorisierung zwischen „Bevölkerungsdichte“, „Digitalisierung“ und „Natur“, um den besten „Auszeit-Ort“ zu finden.

Ralf Schreck – Heimatkundler

Neues vom Baumsäger

oder küssen unter Misteln

Wir sind in Leopoldshafen unterhalb des Ortsrandes in der Obstallee beim Hammenweg. Es ist eine schöne Anlage. Die alten Bäume verleihen diesem Ort einen besonderen Charme. Betrachten wir diesen Lebensraum doch einmal genauer und unter verschiedenen Gesichtspunkten.

Der Spaziergänger sagt: „Hier kann ich schön wandern und die Jahreszeiten erleben.“ Die Hundefreundin sagt: „Hier kann ich mit meinem Hund spielen und ihn frei laufen lassen.“ Der Vogelfreund sagt: „Hier kann ich wunderbar Specht, Star, Meisen und Co. beobachten.“ Die Obstfreundin sagt: „Hier kann ich im Herbst die Erlaubnis einholen das Obst zu ernten, um Saft zu pressen.“ Die Jägerin sagt: „Es ist ein schönes Gelände hier und die malerische Obstbaumallee, welche an das Weidengebüsch grenzt ist Lebensraum für viele Tiere. Das Dickicht der Weiden ist eine wertvolle Kinderstube für Reh, Fasan und Co.“ Der Landwirt sagt: „Das war früher eine schöne Anlage. Jetzt gibt es so viele Misteln in den Kronen, die die Bäume schwächen. Das war früher anders. Da war im Herbst großes Interesse am Obst und es gab die beliebten Versteigerungen. Dann schwand die Wertschätzung am heimischen Streuobst, es gab weniger Fürsorge in der Pflege und weniger Druck von außen sich darum zu kümmern.“ Das Rathaus sagt; „Die Landschaft unten im Hammenweg prägt das Bild unserer Gemeinde. Durch Neupflanzungen und Pflegegänge sind wir bestrebt dieses Ambiente zu erhalten.“ Der mit der Natur spricht sagt: „Bringen wir doch alle Interessen unter einen Nenner. Denn wir alle sind am nachhaltigen Erhalt dieser Obstanlage interessiert.“

Wenn wir in dieser Obstallee lustwandeln fällt uns auf, dass es Bäume in den unterschiedlichsten Jahrgängen gibt. Frisch gepflanzte, junge aufstrebende, mittelalte, ganz alte, ehrwürdige, absterbende und tote Bäume. Diese Zusammensetzung ist gar nicht schlecht, es gibt einen Umlauf, es ist eine Nachhaltigkeit zu erkennen. Allerdings nützt es nichts jährlich neue Bäume zu pflanzen, wenn die Pflege, die Nachsorge für den Altbestand zu kurz kommt. Auffällig ist, dass es in vielen Kronen einen starken Befall mit Misteln gibt. Was sind eigentlich Misteln?

Die weißbeerige Mistel – Viscum album – ist ein immergrüner Ektoparasit auf den oberirdischen Teilen von Gehölzen. Misteln sind zweihäusig, es gibt rein weibliche und rein männliche Pflanzen. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen, die Ausbreitung durch Vögel. Das übernehmen bei uns hauptsächlich Häher, Spechte, Misteldrosseln, Mönchsgrasmücken und die selten bei uns durchziehenden Seidenschwänze. Dabei werden die klebrigen Samen mit Schnabel am Holz abgestreift oder sie werden unverdaut mit dem klebrigen Schleim ausgeschieden.

Der Keimling bildet eine Haftscheibe aus, von der ein sogenanntes Haustorium in das Holz eindringt und sich mit den Leitungsbahnen verbindet. Dem Baum werden Wasser und Nährsalze entzogen. Bei starkem Mistelbefall werden die Bäume geschwächt, manchmal auch zum Absterben gebracht. Unten im Hammenweg ist der Befallsdruck so groß, dass bereits junge Bäume befallen sind.

Misteln wachsen sehr langsam. Der Zuwachs beträgt nur ein Sprossglied im Jahr. Zweige mit einer Länge von 50 cm können 30 Jahre alt sein. Und solch große Exemplare gibt es dort zuhauf. Noch.

Nach und nach verschwinden die Misteln. Nicht überall und nicht alle, aber die meisten.

Der Baumsäger in Aktion …

Jammern war gestern. Ab sofort wird angepackt. Man sieht auch einzelne Jäger, die die Initiative ergriffen haben, und die Misteln entfernen. Es geht um den Erhalt des Kulturgutes Streuobstwiese. Dabei steht nicht nur die Obsternte im Vordergrund, sondern es geht um ein Ganzes, so wie zu Beginn beschrieben. Die Bäume in ihrer unterschiedlichen Altersstruktur sind Lebensraum zahlreicher Tiere. Auch die toten Bäume spielen dabei eine wichtige Rolle. Dass sie stehen bleiben dürfen ist ein Verdienst der AG Umwelt. Und dann gibt es noch die Initiative von Manfred, der mit seinen Löwen in Teilbereichen das Obst erntet, versaftet und den Erlös spendet. Alleine das ist schon ein Grund sich für nachhaltige Projekte einzusetzen.

Ralf Schreck – Baumsäger aus Leidenschaft

Heute schon gezählt?

Stunde der Wintervögel 2021

Vom 8. bis 10. Januar 2021 findet zum elften Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreund*innen auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

Und dass die aktive Teilnahme an dieser Aktion grandiosen Spass macht, möchte ich euch nachfolgend zeigen. Ich zähle nicht nur zu den gewünschten Zählstunden, ich bin ständig am Zählen. Und für die kommende Aktion habe ich zählen lassen. Genau, denn meine Wildkamera zeichnet seit einigen Wochen das Treiben der Vögel am Futterhaus auf.

Das Zählen der Vögel ist eins, das Beobachten und Erforschen des Verhaltens der Gefiederten ist jedoch viel schöner. Denn nur wenn wir wissen wie die Vögel „ticken“, sind wir in der Lage sie zu fördern und zu schützen. Dieses Wissen ist natürlich auch von Vorteil, um die entsprechenden Aufnahmen zu machen. Denn ein Kernbeißer oder ein Eichelhäher wird sich nicht zeigen, wenn man sich zu offensichtlich im Garten aufhält. Doch hierzu später.

Nachstehend stelle ich euch die aktuellen Gartennutzer in Bildern und Videos vor. Im Bild erkennen wir die Einzigartigkeit und Schönheit unserer Singvögel, im Video erfahren wir etwas über ihre Lebensweise – wenn auch nur im Kleinen. Aber das weckt Neugierde und Liebe auf Natur und das ist die beste Voraussetzung sich dafür einzusetzen.

BLAUMEISE

Blaumeise – Cyanistes caeruleus
Gefiederte Gartenbewohner

KOHLMEISE

Kohlmeise – Parus major. Zu besseren Darstellung der Vögel werden auch Fotos aus früheren Jahren gezeigt.

Abenteuer im Kleingarten.

ROTKEHLCHEN

Rotkehlchen – Erithacus rubecula

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft,
wipp, wipp,
hat sich ein Beerlein abgezupft,
knipp, knipp,
läßt sich zum klaren Bach hernieder,
tunkt’s Schnäblein ein und hebt es wieder,
stipp, stipp, stipp, stipp,
und schwingt sich wieder in den Flieder.

Es singt und piepst
ganz allerliebst,
zipp,zipp, zipp, zipp, tirili,
sich seine Abendmelodie,
steckt’s Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Auch Wilhelm Busch war ein guter Naturbeobachter.

EICHELHÄHER

Eichelhäher – Garrulus glandarius
Spannende Beobachtungen in unserem Kleingarten

HECKENBRAUNELLE

Heckenbraunelle – Prunella modularis
Heimlicher Gartenbewohner – die Heckenbraunelle

STAR

Mein Lieblingsvogel ist der Kernbeißer, auch wenn er sich dieses Jahr noch nicht gezeigt hat.

Lebensraum Kleingarten

Nun folgen weitere Vögel, die aktuell im Garten ein und ausfliegen. Die entsprechenden Videos werden nach und nach eingestellt.

WEITERE BEOBACHTUNGEN

Der Zaunkönig kommt nicht ans Futterhaus. Er findet seine Nahrung im Unterholz, am Teich oder am Ufer des Bachkanals.

Naturbeobachtungen im Garten. In den vergangenen Jahren beobachteten wir Grünfinken, Erlenzeisige, Feldsperlinge, Bergfinken, Bunt- und Mittelspecht, Kleiber, Kernbeißer, Elster, Krähe. Wer weiß was wir in den kommenden Wochen noch entdecken? Ab Mitte März wird es spannend, denn dann kommen die ersten Zugvögel zurück.

Abenteuer Natur im Garten. Na, Lust bekommen mitzumachen? Dann am Wochenende raus, zählen und dem Nabu melden.

Diese Serie wird fortgesetzt.

Ralf Schreck – der mit der Natur spricht

Weihnachtlicher Spaziergang

in Eggenstein-Leopoldshafen

Wir schreiben das Jahr 2020, das Jahr, in welchem wir lernten uns die Hände richtig zu waschen. Und nicht nur das …

Es geht auf Weihnachten zu. Deshalb lade ich euch heute zu einem besinnlichen Spaziergang ein. Die späten Tage im Jahr haben den Vorteil der früher eintretenden Dunkelheit. So beginnen wir unser kleines Lichterfest mit eintretender Dämmerung gegen 16.30 Uhr. Keine Sorge, bis 20.00 Uhr sind wir längst wieder zu Hause. In Leopoldshafen passieren wir die Kräuterspirale der AG Umwelt und stehen plötzlich staunend am Christbaum der Katholischen Kirche. Beim Evangelischen Gemeindehaus sehen wir den schönen Fensterschmuck, den die Konfis gebastelt haben. Diese Projekte sind eine schöne Tradition in unserer Gemeinde. Bevor wir zum Friedhof gehen halten wir an der Krippe im Pfarrgarten inne. Sie besticht durch ihre Schlichtheit. Auch wenn die Figuren in ihrer Gestalt nur angedeutet sind, so werden sie in unseren Herzen zum Leben erweckt.

Nun betreten wir den Friedhof und unser Blick fällt auf den erleuchteten Baum vor der Aussegnungshalle. Unsere Gemeindearbeiter haben ihre Sache gut gemacht. Von unten bis oben gleichmäßig geschmückt. Der besondere Reiz ergibt sich durch die Spiegelung der Kerzen in den Fenstern.

Wir verlassen den Friedhof am unteren Eingang und spazieren die Blumenstraße entlang, bis wir auf die Leopoldstraße gelangen. Schon zieht uns die Fassade unseres Heimatmuseums in den Bann. Hell erleuchtet vom strahlenden Christbaum staune ich über diesen schönen Anblick. Auch wenn der Zutritt ins Museum noch verwehrt ist.

Na, wenn da man da nicht in weihnachtliche Stimmung gelangt! Ein Höhepunkt jagd den anderen. Wir gehen die Leopoldstraße zurück Richtung Evangelischer Kirche. Auch hier gibt es Illuminationen. Was wird uns alles zugemutet während der Corona Pandemie? Kommet ihr Hirten? Dabei werden Gottesdienst abgesagt und vieles andere auch?

Nun gehen wir in die Tullastraße bis zur Karl Friedrichstraße und staunen über die Bastelarbeiten der Kita Rheinpiraten. Beim Betrachten dieser Weihnachtsserie – und sie ist noch nicht zu Ende – ist mir eines aufgefallen. In diesem Jahr leuchten die Christbäume besonders schön. Weihnachten findet statt! Vieles spielt sich im Kleinen ab, im Hintergrund, im Familiären. An aller Orten wird die Frohe Botschaft verkündet.

Auch in der benachbarten Grundschule finden wir weihnachtlichen Fensterschmuck.

Wir liegen gut in der Zeit und machen einen Abstecher in den Bürgerpark. Beim Blauen Haus gibt es ebenfalls einen Weihnachtsbaum und der sorgt in diesem Bereich ebenfalls für Stimmung.

Nächstes Ziel ist unser Rathaus in der Friedrichstraße. Keine Angst, wir liegen gut in der Zeit. Oben rechts im Zimmer brennt noch Licht. Es ist nicht irgendein Zimmer. Es ist das Bürgermeister Zimmer und dort wird noch für uns alle gearbeitet. Es ist schon erstaunlich was ein erleuchteter Baum an Stimmung bringt. Die meiste Zeit des Jahres stehen die Fichten und Tannen mehr oder weniger unbeachtet herum, bis sie dann im Advent heraus geputzt werden. Während der zwanzig Minuten, die ich vor Ort war, sind von Passanten groß und klein, jung und alt, etliche Selfies gemacht worden.

Wer sich in Eggenstein auskennt, der darf den Bahnhof nicht verpassen. Es sind keine zehn Minuten von hier. Von der Moltkestraße kommend haben wir den längsten Genuß auf die Fassadendekoration.

Jetzt gehts zur Hauptstraße und zum Kirchplatz. Ein weiteres Kleinod in unserem Ort. Dort kommt vieles zusammen. Kirche, Gewerbebaum und der neue Bücherschrank, der vom Seniorenbeirat initiiert wurde.

Im Bücherschrank haben wir genug gestöbert. Es geht weiter zum Ankerberg und wir erblicken unser Heimathaus. Angestrahltes Fachwerk hat was! Auch hier gibt es Weihnachtsstimmung. Überall sind Menschen, die sich kümmern, bemühen und uns in Stimmung versetzen.

Und jetzt gehen wir zum Eggensteiner Friedhof. Im Eingangsbereich leuchtet auch dort ein Christbaum.

Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass wir uns jetzt sputen müssen. Deshalb gehen wir jetzt ohne Umwege nach Hause. Dort haben wir uns bereits weihnachtlich eingerichtet. Die Heilige Familie wohnt in der selbst gebasteltenen Krippe. Strohsterne zieren das Tannenreis. Weihnachten feiern wir im kleinen Kreis.

Zum Schluss möchte ich mich bei meinen Leserinnen und Lesern bedanken für die Aufmerksamkeit, die sie diesem Blog schenken. Und wünschen möchte euch natürlich auch etwas. Lange habe ich mir den Kopf zerbrochen wie ich das denn formulieren kann. Dann hat mir ein lieber Mensch das Gedicht von Elli Mechler geschickt und das bringt es „super schön“ auf den Punkt.

Ich wünsche dir Zeit –
Gedicht von Elli Michler

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,

und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,

nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.

Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.

Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,

und die Zeit um zu wachsen, das heißt um zu reifen.

Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.

Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Herzlichst Ralf Schreck

In der Nachbarschaft

Am Freitag war ich beruflich unterwegs in der näheren Nachbarschaft. Erstes Ziel war der Friedhof Hochstetten. Kaum angekommen wird man von den schönen Bildern der Kita Kindern begrüßt. Da geht man doch gerne wieder hin. Es war ein kalter und grauer Morgen. Und die Stiefmütterchen im neu angelegten Prachtbeet lagen förmlich am Boden. Das ist aber nichts ungewöhnliches, denn die stehen mit den ersten Sonnenstrahlen wieder auf. Im Frühling wird dieser schöne Platz ein „echter Hingucker“.

Friedhof Hochstetten

Weiter ging es nach Liedolsheim. Auch die ist eine schöne Gemeinde. Unterhalb des Friedhofes steht ein schmuckes Fachwerkhaus. Ich nehme die Treppe hinauf, gehe durch den Torbogen und entdecke sofort die nächste Begrüßungsüberraschung. Die bemalten Dachziegel sind inspirierend. Die alten Bäume dort sind Raum bestimmend. Ich erlebe dort eine schöne Stimmung.


Friedhof Liedolsheim

In Rußheim kommt für wenige Minuten die Sonne raus und lässt die Beeren der Feuerdorn Sträucher leuchten. Das sind echte Blickfänge. Auch hier prägen die großen und alten Kastanien den Bereich um das Gärtner gepflegte Grabfeld. Dann entdecke ich die metallene Jesus Figur, die fragend die Hände gen Himmel streckt. Es ist eine schöne Figur, auf dem Eggensteiner Friedhof steht eine ähnliche. Einerseits verkörpert sie den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen, andererseits vermitteln die fragenden Hände auch Hoffnung auf Vergebung, auf Wiedergeburt, auf Erneuerung.


Friedhof Rußheim

Danach bin ich in Neudorf und erfreue mich über die Infotafel an der Kirche, welche der Heimat- und Mesumsverein Graben-Neudorf erstellt hat. Ortsgeschichtler sind in vielen Gemeinden ehrenamtlich tätig und das ist schön so. Friedhöfe als Orte der Erinnerung. An einigen Gräbern finden sich schöne Schrifttafeln, die die Verstorbenen würdigen. Außerhalb des Friedhofs befindet sich eine Marien Grotte. Beim Betrachten dieser Anlage fielen mir unmittelbar die Worte meines Deutschlehres ein. Er meinte damals, ein solcher Ort verliert seinen Kitsch, sobald sich ein Mensch davor kniet und betet. Diese Worte verstand ich als Kind schon.


Friedhof Neudorf

Auf dem Grabener Friedhof fallen die floristischen Werkstücke auf. Hier sprechen die Blumen. Das Grabfeld ist eines der schönsten in der Umgebung. Ein Bestandteil davon ist die Fläche mit dem Sprudelstein. Die Quelle als Symbol für Neuerung und Leben. Tod und Leben, Leben und Tod. Das eine gibt es nicht ohne das andere.

In Neuthard sticht die Stechpalme ins Auge. Rote Beeren zieren die grün-weißen Blätter. Traditioneller Weihnachtsschmuck, den man sich jetzt ins Haus holen kann. Die Aussegnungshalle besticht durch ihre Schlichtheit und die alten Bäume betonen auch hier diesen Ruheort.

Die Aussegnungshalle in Karlsdorf wirkt auf den ersten Blick „altbacken“. Allerdings lockt die Fassade zum näher Treten. Auch ein Blick ins Innere wird belohnt. Das bunte Glasfenster leuchtet einem entgegen und die weißen Fassadensteine geben dem Ganzen einen ruhigen Rahmen.

Spaziergänge in der Nachbarschaft. Vieles ist wie zu Hause. Manches auch anders. Aber überall findet man Gestaltung, Erneuerung und Bewahrung. Diese Orte mit ihren Friedhöfen besuche ich schon mehr als zwanzig Jahre. Die roten Fäden sind überall erkennbar. Das gibt mir zu Denken und erfüllt mich zugleich mit Dankbarkeit an einem Ort, in einem Land zu leben, in welchem vieles funktioniert und uns dabei so selbstverständlich erscheint.

Ralf Schreck – Heimatkundler

Zuversicht

Einsichten zu Ansichten

Ordnung – Manche Motive ziehen mich an. Wie im Reflex zücke ich dann die Kamera und mache ein Bild. Beim Betrachten im Nachhinein versuche ich zu ergründen, was mein Interesse erweckte. Bei den Bildern unten ist es die mir vermittelte Ordnung. Wir sind an der Gemeinschaftsschule und am Kirchplatz in Eggenstein. Der schlichte Betonbau strahlt Ruhe aus, die durch die Bäume betont wird. Beim Kirchplatz ist es der Bücherschrank, der von unserem Seniorenbeirat initiiert wurde. Es ist ein durchdachter Bücherschrank, von außen bedienbar und keine upcycelte Telefonzelle. Seitlich gibt es einen Infobereich. Innen gefüllt mit lesbarer Kultur. Gewerbebaum linker Hand, Weihnachtsbaum rechter. Mittig steht das I-Tüpfelchen, der Bücherschrank. – Wie gesagt, diese Ordnung spricht mich an, auch dieser Ort, ist er doch sehr Symbol behaftet. Das entspricht meiner Wertevorstellung.

Wenn Licht in der Seele ist,
ist Schönheit im Menschen.
Wenn Schönheit im Menschen ist,
ist Harmonie im Haus.
Wenn Harmonie im Haus ist,
ist Ordnung in der Nation.
Wenn Ordnung in der Nation ist,
ist Frieden in der Welt.

aus China

Das ist am Kleinen Bodensee bei Eggenstein. Wer hier eine Ordnung erkennt, der hat das Leben verstanden.

Weitsicht – Vom Balkon blicke ich aufs Hotel Leo und die Mannheimer Straße. Natürlich fallen mir die Sonnenuntergänge auf. Manchmal überwältigend, manchmal nicht sichtbar, weil der Himmel zu grau, aber es ist jeden Tag anders. Das Bild mit dem schöneren Vordergrund hat mir Wilfried geschickt. Das hat er ebenfalls vom Balkon aus gemacht. Er hat an mich gedacht und es mir geschickt. Welch eine Freude! Erlebnisse teilen. Suchen wir nach Gemeinsamkeiten, finden wir sie auch. Eine solche Verbindung führt zur Freundschaft.

Habt Mut zu träumen, und ihr werdet in der Ferne ein Licht leuchten sehen, das schon die Spitzen der Gebirge vergoldet. Es wird über eine Welt flammen, aus der sowohl die lügenhafte Dämmerung der falschen Romantik wie die künstliche und vergiftete Überhelligkeit einer bis zur Tobsucht entfesselten Technik gewichen sein werden.

(Jakob Wassermann, 1873-1934)

Hoffnung – Wir sind unten beim FVL Leopoldshafen und erblicken die graue Wolkenwand. Im benachbarten Wörth ist sie bereits schwarz. Sehen wir das Unheil und die Furcht oder freuen wir uns auf die Erneuerung nach dem Regen? Auf die aufsteigenden Nebel unter den Apfelbäumen der Obstanlage Metzgerwört in Eggenstein? Auf die hoffnungsfrohe Stimmung im diffusen Gegenlicht? Der Himmel über Leopoldshafen ist bereits azurblau und die weißen Wolken sind die Sahnehäubchen dazu. Die goldnen Sterne finden wir am Firmament des alten Hafens. Wer Sternschnuppen sieht darf sich was wünschen. Und wünschen ist jetzt in der Vorweihnachtszeit angesagt. Deshalb wünsche ich mir Corona weg. Der Baum mit dem Zauberlicht steht im Bereich zwischen Leo und dem Hardtwald.

Schwarze Wolken, graue Wolken

Schwarze Wolken, graue Wolken,
Grau der Kummer, schwarz der Kampf,
Sieh’, dort unter grünen Bäumen
Steigt herauf ein weißer Dampf.

Blauer Himmel, goldne Sterne,
Güt’ger Allmacht Zauberlicht,
Strahlend, wachend in der Ferne,
Herr und Gott verlaß mich nicht!

Friederike Kempner

Welchen Weg wollen wir beschreiten? Den der Erneuerung oder den des Vergehens? Ist das nicht einerlei? Denn beides gehört doch zusammen. Es gibt nicht den einen ohne den anderen. Es ist ein ewiger Kreislauf.

Hier wandern wir Richtung Leopoldshafen unweit der alten Bahnlinie. Es war ein kalter, grauer und nasser Sonntag Morgen und doch war er Bild gewaltig. Rechts ist der braune und vertrocknete abgestorbene Wiesenstreifen, links das frische Gelb der Gründung Wiese. Größer könnte der Gegensatz nicht sein. Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich ja an.

Die Welt will sich erneuern. Es riecht nach Tod. Nichts Neues kommt ohne Tod.
Hermann Hesse

Das war ein klein wenig Heimatkunde.

RM Schreck im Dezember 2020