Weihnachten in der Heimat – eine Weihnachtsgeschichte

Das Jahr möchte zu Ende gehen, das neue erwartet uns schon. Was wird es uns bringen? Wie sind wir mit 2021 umgegangen? Man könnte meinen, unsere Welt ist aus den Fugen geraten. Dabei sind viele unserer Probleme  hausgemacht. Wir kennen neue Worte wie „Lockdown“ oder „Homeoffice“ oder „Booster“. Wir mussten lernen mit Entbehrungen umzugehen. Das Leben wurde anstrengender und unberechenbarer. „Wo kann ich mich testen lassen?“, „Wann bekomme ich einen Impftermin?“, waren häufige Fragen. Für mich persönlich war es ein schwieriges Jahr. Aber das soll heute nicht das Thema sein. Trotz meiner Müdigkeit versuche ich nach vorne zu schauen und entdecke an vielen Orten Zuversicht. Und Zuversicht und Hoffnung sollen heute das Thema sein.

Zum neuen Jahr ein neues Herze,
ein frisches Blatt im Lebensbuch.
Die alte Schuld sei ausgestrichen
und ausgetilgt der alte Fluch.
Zum neuen Jahr ein neues Herze,
ein frisches Blatt im Lebensbuch!
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen!
Die Erde wird noch immer wieder grün.
Auch dieser März bringt Lerchenlieder.
Auch dieser Mai bringt Rosen wieder.
Auch dieses Jahr läßt Freuden blühn.
Zum neuen Jahr ein neues Hoffen.
Die Erde wird noch immer grün.

Das sind Worte des Theologen und Lyrikers Karl von Gerok, 1815 – 1890. Und wie Recht er hat! Beim Stöbern im Internet bleibe ich an solchen Gedichten hängen. Vieles ist zeitlos. Schwierigkeiten und Probleme hat es in jedem Jahrhundert gegeben. Nur die Themen wechseln. Lerchen werden oft in Gedichten als Hoffnungsbringer beschrieben. Heute sind sie bei uns selten geworden. Aber wie oben erwähnt, vieles ist Menschen gemacht.

 

Die Idee für die nachfolgenden Clips stammt von Matthias. Er fragte mich neulich, ob ich nicht einen Beitrag für den Lebendigen Adventskalender der evangelischen Kirche in Leopoldshafen beisteuern könnte. Auf dem youtube Kanal der Kirche – www.eki-leo.de – öffnet sich aktuell ein Türchen mit einem schönen und besinnlichen Video. Absolut sehenswert. Und einige meiner Clips werden auch dort präsentiert. Also los, kommt mit und nehmt Teil am weihnachtlichen Eggenstein-Leopoldshafen.

 

Ist es nicht schön anzusehen, wie die Menschen in Eggenstein die Häuser schmücken? Die kurzen Tage haben den Vorteil, dass man die Illuminationen bereits am frühen Abend bewundern kann.

 

 

Dasselbe finden wir auch in Leopoldshafen. Die Menschen geben sich Mühe und bringen mit den geschmückten Häusern und Gebäuden ihre Stimmung zum Ausdruck. Für einander da sein, sich um andere kümmern, das gehört ebenfalls dazu.

 

 

Zurück in Eggenstein. Die Frauenfigur auf dem Friedhof hat es mir angetan. Die Agenda Gruppe Ortsgeschichte hat in diesem Jahr eine sehr sehens- und hörenswerte Führung zu unseren heimischen Kleindenkmalen gemacht. Reinhold, unser „Outdoor Spezialist“ leitete diese Tour. Er und Manfred kümmern sich leidenschaftlich um diese Denkmäler, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Auch der prächtig geschmückte Weihnachtsbaum ist eine Augenweide. Unsere Bauhof Mitarbeiter sind nicht nur gute Gärtner, sondern auch sehr gute Weihnachtsbaumschmücker. Tadellos sitzen die Lichterketten. Heimische Motive, weihnachtlich verpackt, na, seid ihr schon in Stimmung gekommen?

 

 

Und wieder in Leopoldshafen. Von November bis in den Vorfrühling blühen unsere beliebten Christrosen. Die makellos weißen Blüten trotzen Wind und Wetter! Ein symbolhaftes Zeichen? Die Auswahl an Christrosen heutzutage ist enorm. Das war nicht immer so. Früher galten die Helleborus als schwer vermehrbar. Doch dieses Problem hat man überwunden. Darüber freuen sich auch die frühen Insekten im neuen Jahr.

 

 

Wir pendeln wieder nach Eggenstein und besuchen dort die katholische Kirche. Dort sind es die ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiter, die sich um das weihnachtliche Flair kümmern. Was wären wir nur ohne unsere vielen Ehrenamtlichen? In diesem Jahr ist vieles im Hintergrund abgelaufen. Es gab sehr wenige öffentliche Veranstaltungen, vieles ist in Videokonferenzen abgelaufen. Vieles wurde geplant, und kam dann doch nicht zur Ausführung. Nein, resignieren dürfen wir nicht! Wir planen und sind in Wartestellung. Im aktuellen Amtsblatt gibt es einen schönen Jahresrückblick in Bildern. Sapperlott, was haben wir da alles auf die Beine gestellt? Das kann sich doch sehen lassen! Daran können wir doch anknüpfen!

Im nächsten Clip sind wir wieder in Leopoldshafen. Ja wir wollen doch keinen Ortsteil bevorzugen. Wir besuchen die evangelische Kirche und lauschen dem 4Cant Chor der Gesangsgruppe Belcanto. Was wären wir ohne Musik? Was wären wir ohne Kunst oder Kultur? Was wären wir ohne unsere Ehrenamtlichen? Habt ihr sie erkannt? Eine der Sängerinnen ist Pia. Sprecherin der Agenda Gruppe Umwelt und Gemeinderätin seit vielen Jahren. Auch das ist ein Ehrenamt! Ihre besonnene Art und ihre Fachkenntnis zeichnen sie aus. Das ist vorbildlich. Und wir brauchen Vorbilder. Ich habe nicht auf alles eine Antwort. Deshalb bin ich froh, dass ich mich an Vorbildern orientieren kann. Doch jetzt schaut ihr euch den nächsten Clip an.

 

 

Eine der schönsten Veranstaltungen, der ich dieses Jahr beiwohnen durfte, war die Verabschiedung von Regine Hauck. Der persönlichen Referentin unseres Bürgermeisters Bernd Stober. Die Stimmung, die dabei in der Rheinhalle herrschte, war sozusagen die festliche Einstimmung auf die nahende Adventszeit. Regine wurde in den Ruhestand verabschiedet. Die Ansprachen der Redner, beginnend vom Bürgermeister, Willy, als Vetreter des Gemeinderates, Mario vom Ortskartell, Manfred (Eggenstein) von der Ortsgeschichte, Friedrich vom Seniorenbeirat, fanden durchweg Worte der Wertschätzung für Regines Arbeit in unserer Gemeinde. Und wer sich in unserem Dorfleben auskennt, der konnte nur „Zustimmung“ sagen. Es war wie von der Seele gesprochen. Es war ein unvergesslicher Abend. Es war wie eine wohlwollende Woge. Es war die Verköperung unseres Gemeindemottos „Wohlfühlen in Vielfalt“. Es war eine Reflektion. Regine hatte mit vielen Gruppen zu tun. Alleine kann man wenig bewirken. Mit ihrer Art auf die Menschen zuzugehen, sie zu motivieren und zu ermutigen ist uns wahrlich sehr vieles in den vergangenen Jahren gelungen. Darauf können wir aufbauen. Wir wissen, was wir können. Es war ein Abend der Dankbarkeit und Wertschätzung. Und mir tat es sehr gut dies zu erleben. Es war eine Reflektion, eine Reflektion auf uns alle.

Und jetzt lade ich euch zu einem kleinen Spaziergang in den Hardtwald bei Eggenstein ein.

 

 

Weihnachten ist auch immer ein Fest der Familien. An Weihnachten kommen wir Heim. So ist es jedenfalls in unserer Familie. Im letzten Clip sahen wir meinen Vater Philipp. Er hat allerdings auch ganz andere Weihnachten erlebt. Er ist Jahrgang 1932, hat den Zweiten Weltkrieg als Kind erlebt. Bei der Auflösung seiner Wohnung sind mir die alten Fotoalben aufgefallen, die mit ihren Bildern von „früher“ berichten. Eine solche Weihnachtsgeschichte erzählt der nächste Clip.

 

 

Was ist mit unseren Tugenden passiert? Dankbarkeit? Bescheidenheit? Empathie? Toleranz? Anders sein bedeutet Vielfalt. Aber anders sein darf unsere Werte nicht zerstören. Anders sein soll nach Gemeinsamkeiten suchen, soll verbinden und einem Gemeinwohl nützen. Manchmal ist ein Schweigen, gepaart mit ein paar schönen Gedanken und Ideen wertvoller, als ein unüberlegtes Gerede. Sind ein paar schöne Worte, die von Herzen kommen nicht ein schönes, ja ein unbezahlbares Geschenk? „Besinnung“ ist ein schönes Wort, deshalb kommt es im Titel im (vorerst) letzten Clip auch vor.

 

 

Diese Geschichte ist mittlerweile auch schon Geschichte, denn die Bahnen fahren am Marktplatz seit dem 13. Dezember unterirdisch. Wir Menschen verändern unsere Welt stetig. Zum Guten? Zum Schlechten? Es liegt in unserer Hand, welchen Weg wir bestreiten. Meiner werten Leserschaft, meinen Abonennten und Weggefährten, die mir die Treue halten und mich mit Dank und Ideen unterstützen, wünsche ich am Ende dieses Jahres alles Gute, Glück und Gesundheit.

… Zum neuen Jahr ein neues Hoffen.
Die Erde wird noch immer grün …

 

Herzlichst, euer Ralf, der am liebsten Bildergeschichten macht.

 

Und hier gibt es noch eine Zugabe. Ob ihr wohl die Orte in Eggenstein und Leopoldshafen erkennt?

 

Herbst in der Heimat

Die Gelegenheit nutzen und vom geplanten Weg abweichen. Der Blick in den Himmel verspricht schöne Ansichten. Gewagt, getan, belohnt. Nach zwanzig Minuten war die besondere Lichtstimmung vorbei und graue Wolken erinnerten an den bevorstehenden trüben November. Als das Licht am schönsten war kam Uwe vorbei. Wir treffen uns oft an der Gemeinschaftsschule und wechseln jedes Mal freundliche Worte. Er hat den Schulhund dabei, dem es gar nicht gut geht. Er ist betagt und hat ein Rückenleiden. Doch Uwe kümmert sich um ihn.

Herbst
von Theodor Fontane

O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.

Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.

Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.

Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mir’s angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai?

 

Eine gewisse Melancholie kann ich nicht leugnen. Doch die Lichtspielereien dieser goldenen Momente lassen mich die Verzagtheit vergessen. Auch in Leopoldshafen ist der goldene Herbst angekommen.

O trübe diese Tage nicht
von Theodor Fontane

O trübe diese Tage nicht
Sie sind der letzte Sonnenschein;
Wie lange, und es lischt das Licht,
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man’s nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süsser Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz –
O sorge, dass uns keine fehlt,
Und gönn uns jede Stunde ganz.“

Ralf Schreck – der öfter mal den Weg verlässt und dabei Neues entdeckt in der Herbst Heimat

Frühling in der Heimat

Wenn der Frühling ins Land zieht, wäre es eine Beleidigung der Natur, nicht einzustimmen in ihr Jauchzen. – John Milton

Blick auf Eggenstein vom Pfinzkanal beim Absturzbauwerk.

Winters Flucht – August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Dem Winter wird der Tag zu lang, ihn schreckt der Vögel Lustgesang; Er horcht, und hört’s mit Gram und Neid, Und was er sieht, das tut ihm leid; Er flieht der Sonne milden Schein, sein eigner Schatten macht ihm Pein; Er wandelt über grüne Saat und Gras und Keime früh und spat: Wo ist mein silberweißes Kleid? Mein Hut, mit Demantstaub beschneit? Er schämt sich wie ein Bettelmann, und läuft, was er nur laufen kann. Und hinterdrein scherzt Jung und Alt in Luft und Wasser, Feld und Wald; Der Kiebitz schreit, die Biene summt, der Kuckuck ruft, der Käfer brummt; Doch weil’s noch fehlt an Spott und Hohn, so quakt der Frosch vor Ostern schon.

Mein Garten von Matthias Claudius

Jeden Morgen in meinem Garten öffnen neue Blüten sich dem Tag. Überall ein heimliches Erwarten, das nun länger nicht mehr zögern mag. Die Lenzgestalt der Natur ist doch wunderschön, wenn der Dornbusch blüht und die Erde mit Gras und Blumen prangert.

Die schönste Zeit von Annette von Droste Hülshoff

Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein? Da grünt und blüht es weit und breit im goldenen Sonnenschein. Am Berghang schmilzt der letzte Schnee, das Bächlein rauscht zu Tal. Es grünt die Saat, es blinkt der See im Frühlingssonnenstrahl. Die Lerchen singen überall, die Amsel schlägt im Wald! Nun kommt die liebe Nachtigall und auch der Kuckuck bald. Nun jauchzet alles weit und breit, da stimmen froh wir ein: Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein?

Winter Ade! August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

So hört doch, was die Lerche singt! Hört, wie sie frohe Botschaft bringt! Es kommt auf goldnem Sonnenstrahl Der Frühling heim in unser Tal, Er streuet bunte Blumen aus und bringet Freud‘ in jedes Haus.         Winter, ade!         Frühling, juchhe! Was uns die liebe Lerche singt, in unsern Herzen wiederklingt. Der Winter sagt: ade! ade! Und hin ist Kälte, Reif und Schnee Und Nebel hin und Dunkelheit – Willkommen, süße Frühlingszeit!         Winter, ade!         Frühling, juchhe!

Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte – im April – um die Erde zu heiraten da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen.    Khalil Gibran

Ich werde nie zum Frühling sagen: Verzeihen Sie, Sie haben dort ein welkes Blatt! Oder zum Herbst: Nehmen Sie es ja nicht übel aber dieser Apfel ist nur zur Hälfte rot.    Friedrich Hebbel

Wolkenleuchten am Abend. Sonnig der Tag, kühl die Nacht. Haben wir heute alles vollbracht? Wie ist es wohl morgen? Wieder voll Sorgen? Sieh die Wolken, die immerzu ziehn, denen ist es egal, wohin wir fliehn. Betrachtest du das Licht, erkennst du dahinter die Zuversicht.

Annette von Droste Hülshoff beschreibt den Gsang der Lerche und für von Fallersleben ist das quiekende Schreien der Kibitze ein Frühlinszeichen. Wer kennt diese Gesänge heute noch? Wann haben wir diese Vogelarten bei uns zum letzten Male gehört oder gar gesehen? Ist es nicht beschämend für uns, dass man den Kiebitz nur noch in vor Menschen abgezäunten Gebieten, wie dem Naturschutzgebiet Kohlplattenschlag bei Spöck, erleben kann?

Heimatliebe Kitsch und Gefühlsduselei? Heimat ist der Ort, an welchem wir leben und uns wohlfühlen, wo wir lieben und streiten. Wo wir Familie, Freunde und unseren Auslauf haben. Wo wir uns verwirklichen und einbringen können. Im folgenden Bild möchte ich euch beschreiben, was Heimat für mich bedeutet.

Bildbeschreibung. Als Schüler hatte ich im Deutschunterricht etliche Bildbeschreibungen anzufertigen und wusste eigentlich so gar nicht, was ich schreiben sollte. Das ist heute anders und deshalb bin ich froh, dass der gute Herr Glutsch nicht locker ließ. Was sehen wir? Wir sind in Leopoldshafen, beim Platz der katholischen Kirche. Die Felsenbirnen bei der Kirche blühen und verströmen den Duft von Frühling. Bienen fliegen emsig in den Kronen und sammeln Pollen und Nektar. Die Kirche als Herberge für die Gläubigen lädt ein zum Gottesdienst. Bald kommen die ersten Besucher, es ist Sonntag. Es findet sich eine Gemeinschaft. Spuren einer anderen Gemeinschaft entdecken wir am linken Bildrand in der Mitte. Es ist eine vom Seniorenbeirat initiierte Haltestelle mit einer Mitfahrbank. Das sind Menschen, die sich kümmern, sich für andere einsetzen. Im Vordergrund sehen wir die von der AG Umwelt errichtete Kräuterspirale, die jedermann beernten kann. Jedes Mal, wenn ich davor stehe, denke ich an Barbara, die in der Nähe wohnt und sich um die Pflege kümmert. Wir sehen das Hinweisschild zur Spirale, welches die Gemeinde Egg-Leo finanziert und gestellt hat. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs sind involviert und schauen nach, ob bewässert werden muss. Obwohl der Himmel grau ist und ein kühler Wind weht, friert mich nicht. Es ist ein Ort mit Zeichen und Symbolen von Menschen, die sich für andere einsetzen. Es ist ein Ort für Menschen. Wir haben viele solcher Plätze in unseren Orten. Das ist für mich Heimat. Und das gibt es überall. Heimat bedeutet angekommen zu sein und aufgenommen zu werden.

Ralf Schreck – Frühlingsfreund

Nachtrag

Diese Heimatgeschichte ist noch nicht zu Ende. Schaut mal, was mir Florian als Kommentar zu meinem Blogbeitrag geschickt hat. Ist das nicht ein sehr schönes Bekenntnis zum Thema? Das macht Mut. Eben komme ich vom Gottesdienst aus der evangelischen Kirche zurück. Gerhard und ich haben wieder einmal die Zeremonie filmisch festgehalten. Er ist jetzt gerade dabei mit den Schneidearbeiten und ab 15.00 Uhr wird es auf dem youtube Kanal der Kirche freigeschaltet. Jeder Gottesdienst ist besonders. Heute wurde der Opfer der Corona Pandemie gedacht. Pfarrer Boch findet jedes Mal dir richtigen Worte. Voller Trost, Zuspruch und Hoffnung. Und den Gerhard habe ich gestern bei meinem 5. Corona Test getroffen. Ich habe ihn kaum erkannt, so vermummt war er. Er hatte sich als freiwilliger Helfer beim Testen gemeldet. Auf meine Frage, wie er zu diesem Job gekommen sei, meinte er nur, Regine von der Gemeinde hätte gefragt wer helfen könnte. Ja, Regine vom Rathaus hat dort das größte Herz. Genau, das sind wir. Wir können nicht nur gut feiern, wir stehen auch parat, wenn es darauf ankommt. Wir haben viele solcher Menschen. Matthias, Florian, Gerhard, Regine, Mario und viele, viele andere, die aus demselben Holz geschnitzt sind. Und wir haben einen Wolfgang, aber das ist eine andere Geschichte.

Erst ein Vogel seiner klänge,
dann ein Rauschen der brandenden See.
Leichte Röte „sieh“ dort vorne,
am Horizonte sich erhebt.

Auch das Grüne in der Ferne
sich ins süße Lichte reckt.
Wo sich noch vor kurzer Weile
die Dunkelheit erstreckt.

Vorbei die dumpfe Kälte
denn der Goldmond wird nun wach.
Mit ihm Farbe spriesen, treiben
in jener weiten Pracht.

Frühjahrs Horizont
Florian Böhm

Winterspaziergang im Schnee

Aufgrund unserer geografischen Lage sind Schnee reiche Winter bei uns eher die Ausnahme. Sobald sich die weiße Pracht dann einmal einstellt heißt es hinaus ins Freie und die verzuckerten Landschaften erkunden, bevor am Mittag alles wieder weggeschmolzen ist. Die in der Präsentation gezeigten Bilder sind deshalb auch eine Sammlung aus den Jahren 2006 bis 2021.

Viele Winter sind bei uns einfach nur grau. Doch gibt es auch klare Tage mit eindrucksvollen Licht und Farbenspielen.

Dezember 1992

Sobald sich Eis bildet oder Schnee fällt, bekommt die Landschaft ihren eigenen Reiz. Hier blicken wir auf einen Altrheinarm bei Eggenstein.

In der nachfolgenden Präsentation sind wir zuerst in Eggenstein, danach in Leopoldshafen. Viele Ansichten haben Wiedererkennungswert und können draußen leicht wieder gefunden werden.

Besinnlicher Spaziergang im Schnee

Na, habt ihrs erkannt? Rheinwald bei Eggenstein, Belle Brücke, Fuchsloch, Belle, Kleiner Bodensee, Kirschendamm und Umfeld, Metzgerwörth Anlage, Eiszaubereien bei den Kleingärten. Gewann Wörth unterhalb Penny in Leopoldshafen, Rheinniederungskanal beim Klärwerk, Hammenweg, Allee unterhalb des Friedhofes, Blick auf Friedhof, Denkmal des ehemaligen Bahnhofs und zurück zur Belle Brücke.

Eigentlich nichts neues, denn es sind immer dieselben Spaziergänge, aber eben jedes Mal anders. Und hierfür benötige ich auch keine Kategorisierung zwischen „Bevölkerungsdichte“, „Digitalisierung“ und „Natur“, um den besten „Auszeit-Ort“ zu finden.

Ralf Schreck – Heimatkundler

Zuversicht

Einsichten zu Ansichten

Ordnung – Manche Motive ziehen mich an. Wie im Reflex zücke ich dann die Kamera und mache ein Bild. Beim Betrachten im Nachhinein versuche ich zu ergründen, was mein Interesse erweckte. Bei den Bildern unten ist es die mir vermittelte Ordnung. Wir sind an der Gemeinschaftsschule und am Kirchplatz in Eggenstein. Der schlichte Betonbau strahlt Ruhe aus, die durch die Bäume betont wird. Beim Kirchplatz ist es der Bücherschrank, der von unserem Seniorenbeirat initiiert wurde. Es ist ein durchdachter Bücherschrank, von außen bedienbar und keine upcycelte Telefonzelle. Seitlich gibt es einen Infobereich. Innen gefüllt mit lesbarer Kultur. Gewerbebaum linker Hand, Weihnachtsbaum rechter. Mittig steht das I-Tüpfelchen, der Bücherschrank. – Wie gesagt, diese Ordnung spricht mich an, auch dieser Ort, ist er doch sehr Symbol behaftet. Das entspricht meiner Wertevorstellung.

Wenn Licht in der Seele ist,
ist Schönheit im Menschen.
Wenn Schönheit im Menschen ist,
ist Harmonie im Haus.
Wenn Harmonie im Haus ist,
ist Ordnung in der Nation.
Wenn Ordnung in der Nation ist,
ist Frieden in der Welt.

aus China

Das ist am Kleinen Bodensee bei Eggenstein. Wer hier eine Ordnung erkennt, der hat das Leben verstanden.

Weitsicht – Vom Balkon blicke ich aufs Hotel Leo und die Mannheimer Straße. Natürlich fallen mir die Sonnenuntergänge auf. Manchmal überwältigend, manchmal nicht sichtbar, weil der Himmel zu grau, aber es ist jeden Tag anders. Das Bild mit dem schöneren Vordergrund hat mir Wilfried geschickt. Das hat er ebenfalls vom Balkon aus gemacht. Er hat an mich gedacht und es mir geschickt. Welch eine Freude! Erlebnisse teilen. Suchen wir nach Gemeinsamkeiten, finden wir sie auch. Eine solche Verbindung führt zur Freundschaft.

Habt Mut zu träumen, und ihr werdet in der Ferne ein Licht leuchten sehen, das schon die Spitzen der Gebirge vergoldet. Es wird über eine Welt flammen, aus der sowohl die lügenhafte Dämmerung der falschen Romantik wie die künstliche und vergiftete Überhelligkeit einer bis zur Tobsucht entfesselten Technik gewichen sein werden.

(Jakob Wassermann, 1873-1934)

Hoffnung – Wir sind unten beim FVL Leopoldshafen und erblicken die graue Wolkenwand. Im benachbarten Wörth ist sie bereits schwarz. Sehen wir das Unheil und die Furcht oder freuen wir uns auf die Erneuerung nach dem Regen? Auf die aufsteigenden Nebel unter den Apfelbäumen der Obstanlage Metzgerwört in Eggenstein? Auf die hoffnungsfrohe Stimmung im diffusen Gegenlicht? Der Himmel über Leopoldshafen ist bereits azurblau und die weißen Wolken sind die Sahnehäubchen dazu. Die goldnen Sterne finden wir am Firmament des alten Hafens. Wer Sternschnuppen sieht darf sich was wünschen. Und wünschen ist jetzt in der Vorweihnachtszeit angesagt. Deshalb wünsche ich mir Corona weg. Der Baum mit dem Zauberlicht steht im Bereich zwischen Leo und dem Hardtwald.

Schwarze Wolken, graue Wolken

Schwarze Wolken, graue Wolken,
Grau der Kummer, schwarz der Kampf,
Sieh’, dort unter grünen Bäumen
Steigt herauf ein weißer Dampf.

Blauer Himmel, goldne Sterne,
Güt’ger Allmacht Zauberlicht,
Strahlend, wachend in der Ferne,
Herr und Gott verlaß mich nicht!

Friederike Kempner

Welchen Weg wollen wir beschreiten? Den der Erneuerung oder den des Vergehens? Ist das nicht einerlei? Denn beides gehört doch zusammen. Es gibt nicht den einen ohne den anderen. Es ist ein ewiger Kreislauf.

Hier wandern wir Richtung Leopoldshafen unweit der alten Bahnlinie. Es war ein kalter, grauer und nasser Sonntag Morgen und doch war er Bild gewaltig. Rechts ist der braune und vertrocknete abgestorbene Wiesenstreifen, links das frische Gelb der Gründung Wiese. Größer könnte der Gegensatz nicht sein. Aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich ja an.

Die Welt will sich erneuern. Es riecht nach Tod. Nichts Neues kommt ohne Tod.
Hermann Hesse

Das war ein klein wenig Heimatkunde.

RM Schreck im Dezember 2020

Der frühe Vogel

Der frühe Vogel

Beim Sichten meines Fotoarchivs ist mir ein Augustspaziergang wieder in die Hände gefallen.

Wenn ich am Wochenende auf Tour bin, muss ich daran denken, was Barbara einmal gesagt hat. Dass es bei uns so schön sei und im Prinzip alles vorhanden ist, was man für ein erfülltes Leben braucht. Die Ausgewogenheit zwischen nötiger gemeindlicher Infrastruktur, die nahe Erreichbarkeit von Einkaufsmärkten, Kitas und Schulen, usw. Im Hochgestade den Hardtwald, den Bürgerpark und unten im Tiefgestade unsere Auenwälder mit dem Alten Hafen.

Das sind nur einige wenige gut sichtbare Orte. Wir haben noch viel mehr. Und es gibt immer neues zu entdecken. Man muss sich nur darauf einlassen, immer neugierig sein und auch mal was Neues ausprobieren. Richtig spannend wird es jedoch erst, wenn man an die „richtigen“ Menschen gerät. Davon haben wir einige und die machen Dinge im Ort einfach „so“, weil sie darin eine Notwendigkeit erkennen, die für viele von Vorteil ist. Und richtig lebenswert wird es, wenn man entdeckt, dass man sich persönlich für Themen und Aufgaben fürs „Allgemeinwohl“ einbringen kann. Das ist eine ungemein befriedigende Erfahrung.

Wir haben wahre Schätze in unserer Heimat, aber es sind die Menschen darin, die diese so wertvoll machen. Denn manche Schätze müssen erst einmal gehoben werden. Vieles geht für immer verloren, falls wir unsere Neugierde und unseren Entdeckerdrang verlieren. Dann merken wir noch nicht einmal den Verlust. Und das dürfen wir nicht zulassen.

Ralf Schreck – Naturfreund

Entdeckungen

Urlaub zu Hause

Sommer, Sonne, Sonnenschein, das passt genau für die Ferien. Aber warum so viel? Wer hat das bestellt? Es nützt nichts, wir passen uns an. Die geplanten Tagesausflüge in die benachbarten Städte sind gestrichen, stattdessen gibt es Radtouren in die nähere Umgebung. Spätestens um Sieben sind die Räder gesattelt und es geht los. Zu dieser Zeit ist die Temperatur erträglich und wir können die tägliche Tour genießen. Obwohl diese Touren nur ca. 10 -15 Kilometer lang sind, sind wir erstaunt an wie vielen View Points wir vorbeikommen. Sonnenaufgang am Baggersee Leopoldshafen, träumen am Alten Hafen, kurzer Rundgang in den Vogelpark, Vogelbeobachtungen in den Altrheinarmen. Wir entdecken die gelb blühenden Wasserschläuche, fleischfressende Wasserpflanzen. Ein anderer Ausflug beginnt auf dem Friedhof, dann wieder zum Alten Hafen, wo wir eine Studentengruppe treffen, die sich auf eine Kanutour vorbereitet. Mit Cola als Getränk und ohne Kopfbedeckung wird es wohl ein Erlebnis werden, was lange in Erinnerung bleiben wird. Bei der Roten Brücke ist der Pfinzkanal versiegt. Weiter geht es, vorbei an den Damm Baustellen durch den Rheinwald an die Belle nach Eggenstein. Dort blüht die seltene Schwanenblume, die vom niedrigen Pegelstand profitiert. Ein Schillerfalter trinkt am flachen Ufer. An diesen Tagen haben alle Durst. An der Belle Brücke blicken wir auf die immer flacher werdende Alb und beobachten einen Graureiher beim Speerfischen. Auch beim Jubiläumswald leiden die Bäume unter Wassermangel. Der kleine Teich beim Eidechsenbiotop ist vollkommen ausgetrocknet. Allmählich wird die Hitze unerträglich und wir treten die Heimfahrt an, nicht jedoch bevor wir die heimische Gastronomie besucht haben. Sehenswert ist auch das Sonnenblumenfeld an der Gemarkungsgrenze zu Linkenheim, sowie die lauschigen Plätzchen in unserem Bürgerpark. Auch den Hardtwald gilt es noch zu entdecken. Das ergibt eine andere Geschichte.

Ralf Schreck – auf Entdeckungstour in der Heimat.

 

Leopoldshafen

Leopoldshafen

Unser Dorf liegt auf einer zum Rhein vorgeschobenen Landzunge des Hochgestades, gegenüber dem ähnlich gelegenen pfälzischen Dorfe Leimersheim, 12 Kilometer nordwestlich von der badischen Landeshauptstadt Karlsruhe entfernt. Die südliche Nachbargemeinde ist Eggenstein, während Linkenheim gegen Norden an die Dorfgemarkung angrenzt. Im Osten hält der dunkle Hardtwald die Nachbarschaft. Dem Beschauer bietet sich vom Dorfe aus nicht nur ein herrlicher Fernblick auf den Wasgenwald und das Hardtgebirge jenseits des Rheins, sondern auch die diesseitigen lauen Schwarzwaldberge bei Ettlingen und Baden-Baden. Das Dorf selbst und seine weite Gemarkung schenkt jedem Besucher, der Freude an der Natur und am dörflichen Leben hat, eine Menge bleibender Eindrücke. Die schmucken und sauberen Häuser der Dorfstraßen, die biederen Menschen in ungezwungener Natürlichkeit und Freundlichkeit, die idyllischen Altwasser, die lichtgrünen Rheinwaldungen mit schattigen Wegen und verschlungenen Pfaden, der still ruhende Rheinhafen mit seinem klaren, fischreichen Wassern, der ewig schaffende, rastlose, in wuchtigen Dämmen gehaltene Rhein, die Fähre mit schaukelnden Nachen – dies alles, umschlossen vom Himmel und den Wäldern der Hardt, bildet wahrlich eine einzigartige reiche Welt! Diese kostbare Perle im Kranze der badischen Hardt- und Rheinorte ist mein Heimatort, mein Leopoldshafen! Du Heimat! Dein Name ist mir ein Zauberwort. Der Kindheitstage entstehen wieder, wenn ich dich sehe und deinen Namen vernehme! Ich erblicke in der Ferne dein Bild und grüße dich mit beschwingten Worten:

O, wie ist so lieb mein Dörfchen,

So ganz anders als die Stadt!

Klein und einfach sind die Häuschen

Hier, im Schmuck von Baum und Blatt.

 

Mit dem Pfluge, mit der Hacke

Schafft der Bauer auf dem Land:

Rüben, Tabak, Frucht, Kartoffeln

Pflanzt er gern mit fleiß`ger Hand.

 

Hühner picken, Tauben girren,

Pferde wiehern laut im Stall,

Und des Morgens in der Frühe

Hört man schon den Peitschenknall!

 

Pferd` und Kühe ziehn die Straßen`

Mit dem Wagen da entlang –

Doch des Tages Last und Mühe

Wird umrahmt von Sang und Klang.

 

Wie ich dich doch innig liebe,

Kleine Welt am großen Rhein,

Immer zieht aus weiter Ferne

Meine Seele bei dir ein!

 

Nein, das stammt nicht aus meiner Feder. Das sind die Worte unseres Ehrenbürgers Stephan Karl Vomberg (03.11.1877 – 03.05.1947). Zur Jahrhundertfeier der Namensgebung Leopoldshafen 1933 wurde von ihm das Buch „Leopoldshafen am Rhein – Heimatbuch in Wort und Bild“ verfasst, herausgegeben und finanziert. Stephan Karl Vomberg hat sich um die Gemeinde Leopoldshafen verdient gemacht.

Das schöne an diesen Worten ist, dass man sie, wenn man „Freude an der Natur und am dörflichen Leben hat“, heute immer noch nachvollziehen kann! Diese Beschreibungen und Erlebnisse findet man auch in den Bildern, Gemälden und Fotografien der Herren Bayer, Dürr, Stern, Ueberle. Wenn wir respektvoll und mit Verantwortung mit unserer Heimat umgehen, können wir solche Erlebnisse auch unseren Enkeln erfahrbar machen. Manche Dinge und Geschichten, die das Leben schreibt scheinen zeitlos zu sein? Ist das nicht schön?

Die neueren Fotos stammen von Lukas und mir.

Ralf Schreck – Schröck Freund

Denkmale unserer Heimat

Denkmale unserer Heimat

Auf dieser Seite möchte ich einige unserer steinernen Zeitzeugen der Geschichte vorstellen. Grenzsteine, Hochwassermarken, Denkmale, Brunnen, Waschplätze und andere. Mein digitales Archiv gibt es seit 2003 und konnte etliche Beiträge für die Zusammenstellung liefern. Es ist schon erstaunlich was sich in unserer Gemeinde entdecken lässt. Nicht alle Denkmale erklären sich von selbst. Jedes einzelne hat seine Geschichte, die wenigsten davon sind mir bekannt. Dennoch besuche ich diese Kleinode immer wieder bei meinen Rundgängen im Ort und in Wald und Flur. Es gibt bestimmt noch mehr, die irgendwo versteckt an unseren Gemarkungsgrenzen im Wald stehen. 2003 hatten wir bei einer Radtour im Rheinwald Leopoldshafen einen Sandstein fotografiert, den ich seitdem nicht mehr gefunden habe. Nachdem ich Friedhelm um Auskunft bat, fand ich diesen Stein im Hardtwald von Linkenheim bei der heutigen Tour wieder. Dennoch gibt es noch versteckte Steine im Wald. Unsere Jäger könnten doch noch einige Tipps geben? Vielleicht hat jemand auch noch alte Fotografien von früheren Standorten?

Ralf Schreck – Heimat Freund

 

Fields of Gold

Hoffnung

 

Jetzt beginnt sie wieder, die Zeit der Stille.

Sie kündet sich an in leuchtenden Farben,

in Rot, Gold und Braun, eine verschwenderische Fülle.

Der Wandel ist sichtbar,

zurück bleiben Narben.

Unaufhaltsam rieseln die Blätter,

jetzt in der Zeit der stürmischen Wetter.

Ein leises Sterben nimmt seinen Lauf,

scheinbar geben die Bäume sich auf.

Aber nein, betrachte die Knospen an den Zweigen,

im Herbst und Winter sind sie am Schweigen.

Im sonnigen Frühling werden sie erwachen

Und füllen die Welt mit freudigem Lachen.

Im Kreislauf des Lebens ist nichts vergebens.

Es ist ein Wandel aus Kommen und Gehen.

Öffne dein Herz, dann kannst du das sehen.

Ralf Schreck – zuversichtlicher Herbstfreund

Haben wir nicht eine herbstschöne Heimat? Glühende Waldränder, goldene Spargelfelder? Tanzendes Luftlaub? Schlurfen in Laubhaufen? Natur hat ihre eigenen Farbkompositionen. Im Lichtwandel sieht es jeden Moment aufregender aus. Wer sich übers Laubfegen ärgert hat nichts verstanden.