Herbst in der Heimat

Die Gelegenheit nutzen und vom geplanten Weg abweichen. Der Blick in den Himmel verspricht schöne Ansichten. Gewagt, getan, belohnt. Nach zwanzig Minuten war die besondere Lichtstimmung vorbei und graue Wolken erinnerten an den bevorstehenden trüben November. Als das Licht am schönsten war kam Uwe vorbei. Wir treffen uns oft an der Gemeinschaftsschule und wechseln jedes Mal freundliche Worte. Er hat den Schulhund dabei, dem es gar nicht gut geht. Er ist betagt und hat ein Rückenleiden. Doch Uwe kümmert sich um ihn.

Herbst
von Theodor Fontane

O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.

Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.

Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.

Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mir’s angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai?

 

Eine gewisse Melancholie kann ich nicht leugnen. Doch die Lichtspielereien dieser goldenen Momente lassen mich die Verzagtheit vergessen. Auch in Leopoldshafen ist der goldene Herbst angekommen.

O trübe diese Tage nicht
von Theodor Fontane

O trübe diese Tage nicht
Sie sind der letzte Sonnenschein;
Wie lange, und es lischt das Licht,
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man’s nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süsser Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz –
O sorge, dass uns keine fehlt,
Und gönn uns jede Stunde ganz.“

Ralf Schreck – der öfter mal den Weg verlässt und dabei Neues entdeckt in der Herbst Heimat

Herbstlicher Spaziergang

Herbstliche Fotoausstellung

Glücklich können sich die „Draußen Menschen“ schätzen, denn die erleben gerade einen farbenprächtigen Herbst. Es könnte genauso auch grau, trüb, nass, kalt und trist sein. Noch ist es einfach wunderschön. Dann ist Herbst wie Frühling. Jeden Tag gibt es Veränderungen, jeden Tag entdecken wir neue Farben und Formen. Bei wolkenlosem blauem Himmel leuchten die Farben der Blätter und Blüten besonders schön. Die knallig roten Roten Ahorne im Bürgerpark leuchten mit den gelben Pappeln am Schröcker Baggersee um die Wette. Bunte Früchte an den Wildsträuchern, ruhiges braun in der Gründung Wiese und beim abgeernteten Maisfeld. Selbst im Friedhof erleben wir prächtige Lichtspiele. Man muss gar nicht alles beschreiben, man muss nur raus gehen und sich treiben lassen. Schnell verfliegen alle Ängste und Sorgen und die Seele lebt auf. Vieles gibt es zu entdecken. Ja, man kann sowohl im Ort, als auch im nahen Umland eine Vielfalt an schönen Szenen erleben. Das müsste man eigentlich mit anderen teilen. Machen wir auch. Die Agenda Gruppe Ortsgeschichte organisierte am vergangenen Sonntag eine geführte Radtour zur sehenswerten Orten der Geschichte, Kultur und Natur. Dabei konnte man allerlei erleben. Nicht nur interessant für Geschichts- und Naturfreunde. Das wäre auch etwas für Fotofreunde.

Ralf Schreck – Herbst Freund

 

Herbst

Morgenspaziergang im Wörth bei Leopoldshafen

 

gemäht sind längst die goldnen garben

die ernte ist bereits daheim

natur malt heut in sanften farben

von norden fliegen gänse ein

ihr ruf verhallt schon in der ferne

ich bin mit den gedanken  allein

sanft fließt der nebel um die bäume

und verzaubert feld und flur

noch gibt es zeit für schöne träume

in geheimnisvoller natur

vereinzelt glühen heckenrosen

auch leuchtet jetzt der wilde hopfen

am damm sind es die herbstzeitlosen

das netz der spinne betaut mit tropfen

vom waldrand geht die sonne auf

dann nimmt der alltag seinen Lauf

RMS im Oktober 2018

Im Herbst des Lebens

 

Im Herbst des Lebens

 

Oktobergrau, Novembergrau

Und plötzlich wird die Luft so lau

Ein Sonnenstrahl dringt ins Blütenmeer

Und leuchtet warm im Blumenheer

Oktobergrau, Novembergrau

Wie sehnen wir das Maienblau

Vorbei des Sommers warme Tage

Der nahe Herbst scheint uns als Plage

Oktobergrau, Novembergrau

Doch im Nebel sehe ich genau

Die geheimnisvolle schöne Welt

die sich in meine Gedanken stellt

Oktobergrau, Novembergrau

Wie schön ist doch des Herbstes Tau

Die kleinen klaren Wassertropfen

Lassen unsere Herzen klopfen

Oktobergrau, Novembergrau

Und plötzlich wird die Luft so lau

Sieh es mit dem Herzen

Dann kommt´s dir vor wie Maienblau

Ralf Schreck – im Herbst des Lebens

 

 

 

Fields of Gold

Hoffnung

 

Jetzt beginnt sie wieder, die Zeit der Stille.

Sie kündet sich an in leuchtenden Farben,

in Rot, Gold und Braun, eine verschwenderische Fülle.

Der Wandel ist sichtbar,

zurück bleiben Narben.

Unaufhaltsam rieseln die Blätter,

jetzt in der Zeit der stürmischen Wetter.

Ein leises Sterben nimmt seinen Lauf,

scheinbar geben die Bäume sich auf.

Aber nein, betrachte die Knospen an den Zweigen,

im Herbst und Winter sind sie am Schweigen.

Im sonnigen Frühling werden sie erwachen

Und füllen die Welt mit freudigem Lachen.

Im Kreislauf des Lebens ist nichts vergebens.

Es ist ein Wandel aus Kommen und Gehen.

Öffne dein Herz, dann kannst du das sehen.

Ralf Schreck – zuversichtlicher Herbstfreund

Haben wir nicht eine herbstschöne Heimat? Glühende Waldränder, goldene Spargelfelder? Tanzendes Luftlaub? Schlurfen in Laubhaufen? Natur hat ihre eigenen Farbkompositionen. Im Lichtwandel sieht es jeden Moment aufregender aus. Wer sich übers Laubfegen ärgert hat nichts verstanden.