Beim Sichten meines Fotoarchivs ist mir ein Augustspaziergang wieder in die Hände gefallen.
Wenn ich am Wochenende auf Tour bin, muss ich daran denken, was Barbara einmal gesagt hat. Dass es bei uns so schön sei und im Prinzip alles vorhanden ist, was man für ein erfülltes Leben braucht. Die Ausgewogenheit zwischen nötiger gemeindlicher Infrastruktur, die nahe Erreichbarkeit von Einkaufsmärkten, Kitas und Schulen, usw. Im Hochgestade den Hardtwald, den Bürgerpark und unten im Tiefgestade unsere Auenwälder mit dem Alten Hafen.
Das sind nur einige wenige gut sichtbare Orte. Wir haben noch viel mehr. Und es gibt immer neues zu entdecken. Man muss sich nur darauf einlassen, immer neugierig sein und auch mal was Neues ausprobieren. Richtig spannend wird es jedoch erst, wenn man an die „richtigen“ Menschen gerät. Davon haben wir einige und die machen Dinge im Ort einfach „so“, weil sie darin eine Notwendigkeit erkennen, die für viele von Vorteil ist. Und richtig lebenswert wird es, wenn man entdeckt, dass man sich persönlich für Themen und Aufgaben fürs „Allgemeinwohl“ einbringen kann. Das ist eine ungemein befriedigende Erfahrung.
Wir haben wahre Schätze in unserer Heimat, aber es sind die Menschen darin, die diese so wertvoll machen. Denn manche Schätze müssen erst einmal gehoben werden. Vieles geht für immer verloren, falls wir unsere Neugierde und unseren Entdeckerdrang verlieren. Dann merken wir noch nicht einmal den Verlust. Und das dürfen wir nicht zulassen.
Ralf Schreck – Naturfreund
Morgenstimmung
im Wörth
So erklärt sich der Name
des Blauen Hauses
Jede Sitzwarte wird genutzt
Blick auf die Wiesen im Bürgerpark
An der Weide laben
sich Hornissen.
Die Larven des Moschusbocks ernähren sich von Weiden.
War ursprünglich ein Teich mit sichtbarer Wasserfläche. Wenn ich mich daran erinnere wurde die Teichwanne mit Lehmziegeln angelegt. Die ältesten Fotos zu diesem Biotop aus meinem Archiv stammen aus 1992 und 93. Damals stand allerdings die Familie im Vordergrund und den Teich kann man im Hintergrund sehen. Die nächsten Bilder stammen erst aus dem Jahr 2011. Darauf kann man erkennen, dass dieses Biotop bereits vollständig von Sträuchern umwachsen war. Die Wasserfläche war nicht mehr sichtbar. Neben den Gehölzen hatte sich Bambusgruppe stark ausgebreitet.
Im Laufe der Jahre hat sich dieses Biotop „verselbständigt“ und wurde mehr oder weniger sich selbst überlassen. Für die Natur ist dieser Zustand ideal, spielen sich doch die ökologischen Beziehungen im Verborgenen und vor unseren Augen geschützt ab. Ungestörte Tier- und Pflanzenwelt konnte sich entwickeln. Aber wir sind im Bürgerpark und der gehört uns Bürgern und dieses Biotop soll erlebbar sein und bleiben. Für diesen Wunsch hat sich jetzt eine Option ergeben, denn die Strom Firma, die vor etwa zwei Wochen beim Pflegeschnitt (zur Freihaltung des Bereiches unterhalb der Stromleitungen) zu viel des Guten tat, hat nach der Bitte um Stellungnahme einen Ausgleich angeboten.
Fast alle Sträucher wurden auf Stock gesetzt und geben jetzt den Blick auf den fast verlandeten Teich frei. Das Flusspferd vom Benno ist zwar schön zu sehen, liegt aber seit vielen Jahren auf dem Trockenen. Jetzt, was tun? Jetzt sind Ideen gefragt. Man könnte den Teich „entschilfen“ und einen Teil des Schlammes entfernen. Neue Wasserpflanzen einsetzen und eventuell den Uferbereich in Teilflächen mit Stauden bepflanzen? Ist der Teich denn dicht? Stehen Folgearbeiten an? Reicht der angebotene Ausgleich aus? Ist dieses Projekt finanziell zu stemmen? Im Schlamm befinden sich Larven von Libellen, Stein- und Schlammfliegen, Gelbrandkäfern und anderen. Vielleicht sogar Frösche, Kröten und Molche? Werden diese mit dem Schilf entsorgt oder wird man versuchen einen Teil davon zu retten?
Nutzen wir die zu planende Aktion als Chance unseren Bürgerpark ein weiteres Stück aufzuwerten. Denken wir an die schöne Nussbaum Allee entlang des Pfinzkanals, die anderen interessanten Baumarten, den Maulbeerbaum des Manfreds, die Knobloch Ulmen und die vom Seniorenbeirat initiierten Sportgeräte. Auch unsere Blumenwiese gehört dazu. Und der Boule Platz, ebenso die Tischtennisplatte, das Schach und alles andere. Der Bürgerpark, grüne Lunge Eggenstein-Leopoldshafens. Verbindung zwischen Hardtwald, Dorfgemeinschaft im Hochgestade und Feldern, Wiesen und Rheinwald im Tiefgestade.
Eine weitere spannende Geschichte unserer Heimat, die bestimmt eine schöne Fortsetzung findet. Lassen wir uns überraschen.