Umwelt Nachrichten

Bemerkenswertes zu Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit aus Egg-Leo




Der Taschen Ascher
Barbara hat gerufen und der harte Kern ist gekommen. Im Rahmen der Aktion „RhineCleanUp“ trafen sich am vergangenen Mittwoch, 19.08.2020 Freiwillige, um am Alten Hafen und am Rheinufer Leopoldshafen Abfall, vorrangig Zigaretten Kippen zu sammeln. Mit Abstand. Zigarettenkippen sind weltweit das am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt. Vor allem an Stränden und Küsten werden sie achtlos weggeschnippt. Die Filter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und es kann je nach äußerem Umfeld bis zu 15 Jahre dauern, bis sie sich zersetzen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschmutzen pro Jahr zwischen 340 und 680 Millionen Kilogramm weggeworfene Zigarettenkippen unseren Planeten. Am Alten Hafen fanden sich erstaunlich viele Kippen im Bereich von Sitzbänken und Anglerplätzen. Passt das ins Bild von Tourismus und Angelsport? Dass Rauchen für die Gesundheit abträglich ist, ist eine Binsenweisheit. Aber Kippen gehören in den Restmüll. Nehmen wir uns ein Beispiel an unserem Bürgermeister, denn er benutzt einen Taschenascher! Bemerkenswert war auch, dass unsere Gemeinde bei diesem kleinen Umweltprojekt die Abfallzangen zur Verfügung gestellt hat. Danke an alle für diesen Einsatz.
Zwei Stunden Kippen sammeln für eine gute Sache. Teilhabe an unserer Heimat.
Eigentlich überflüssig

Das ist der Vorgarten der Woche. Liegt etwas versteckt im schönen Schröck, aber die Bienen finden die bunten Blumen. Ist das nicht ein tolles Summer feeling? Wer würde da nicht gerne gießen?

Seit vielen Jahren pflegt Baumpate Karl-Heinz, mein Schul Kamerad aus Volksschulzeiten, den Ahorn vor seinem Grundstück. Am vergangenen Freitag entdeckte er dort eine Mantis religiosa, eine Gottesanbeterin. Sie profitiert vom Klimawandel, von unseren heißen Sommern. Die Aufnahmen dieses streng geschützten Insekts stammen von ihm. – Karl-Heinz Schäffner. Die Wespe oberhalb muss sich in Acht nehmen, denn sie ist Beute.

Am vergangenen Samstag gab es die nächste Aktion der Europa Mini Gärtner. Es wurden die Kartoffeln geerntet. Teamleiter Rolf, wie immer souverän, gelang es diesen Vormittag zum Erfolg zu führen. In den BNN gab es hierzu einen schönen Bericht. Die SoLaWi – solidarische Landwirtschaft – ist mehr als nur eine Form des Gemüse- und Ackerbaus. Sie steht für Offenheit, Nachhaltigkeit und ist Vorbild für eine Lebensweise, die im Einklang mit der Natur steht. Die Kinder beim Ernten zu erleben, die Freude, die allen ins Gesicht geschrieben war, war die schönste Bestätigung für dieses Projekt.

Neues vom Orchideen Biotop. Regelmäßig meldet sich Holger und berichtet über die aktuellen Zustände in dieser Region. Ein Ansporn für mich selbst die Lage zu erkunden. Aber aufgepasst! Wenn man das Gelände betritt sieht man – nichts! Es ist ein einziger „Grünbrei“ aus unterschiedlichen Pflanzen. Bei 30 Grad im Schatten und mehr muss man schon mutig sein dieses von Zecken verseuchte Gebiet zu betreten. Das geübte Auge erkennt allerdings schnell die Besonderheiten. Die reichhaltige Pflanzenwelt hat eine Unmenge von Insekten im Gefolge. Schmetterlinge, Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Wanzen, Ameisen und Heuschrecken. Wo es Beute gibt, gibt es auch Beutegreifer. Zwei konnten wir entdecken. Eine braune Variante der Gottesanbeterin und die schwarz-gelb gestreifte Wespenspinne. Beide profitieren vom Klimawandel und mögen Sommerhitze. Was den Insekten gefällt ist dem Wald dort unten abträglich. Zahlreiche Bäume sterben ab. Viele andere haben schon ihr Laub verloren. Des einen Leid, des anderen Freud. Es war eine ereignisreiche Woche.

Ralf Schreck – Naturfreund

Der Badberg im Kaiserstuhl

Der Badberg im Kaiserstuhl

2013 waren wir zum ersten Mal am Kaiserstuhl. Wir ahnten was wir zu erwarten hatten, wussten aber nicht, ob sich diese Wünsche auch erfüllen würden. Wir beginnen am Wanderparkplatz Schelingen und nehmen den steilen Weg nach oben. Im Sommer sind wir immer am Morgen unterwegs, damit wir uns in der Mittagshitze anderen Dingen widmen können. Es beginnt zwar steil aber alle Hundert Meter entdecken wir neues in der Fauna und Flora. Die Wege müssen gar nicht verlassen werden, man kann alles vom Rand erkunden. Je höher man steigt, umso schöner wird die Aussicht, um so ergreifender wirkt die Landschaft. Eine Landschaft, die Kultur und Natur vereint. Hier der Weinbau und die Obstanlagen in die in Löss gehauenen Terrassen, dort die Haine, Wiesen, Wäldchen, Knicks und steilen Lösswände. Einmalige Trockenstandorte, die zahlreiche Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten beherbergen. Gottesanbeterin, Wespenspinne, Smaragdeidechse, Wiedehopf und Bienenfresser sind die Highlights. Wer diese vielfältigen Naturräume lesen und interpretieren kann, wird die Highlights alle entdecken. Wer es nicht kann, besucht eine Führung. Die Landschaft wird gepflegt. Weinbau spielt dort eine große Rolle, seit vielen Generationen schon. Weinbau ist dort Tradition, ist ein wichtiges Kulturgut. Die Weinberge benötigen eine durchdachte und organisierte Pflege. Dazu gehört auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Beim Blick in die Täler kann man die sprühenden Weinbergschlepper beobachten. Und dennoch gibt es dazwischen Naturräume und Naturschutzgebiete. Die Grenzen zwischen Kultur- und Naturflächen verlaufen abrupt. Doch dieses Zusammenspiel zwischen Nutzen und Brache scheint zu funktionieren. Ich bin kein Insider, doch meine Beobachtungen lassen mich diesen Schluss ziehen. Auch die Naturräume werden gepflegt. Es gibt ein Pflegemanagement. Das ist zu erkennen, wenn man wiederkommt. Wir waren jetzt zum dritten Mal hier. Zweimal im Sommer und jetzt im Frühling. Die Weinberge und Obstanlagen waren bereits geschnitten. Auch einige Knicks waren ausgeholzt und auf den Wiesen waren Teilflächen gemäht, andere nicht. Auf den scheinbar kahlen Wiesen blühen bereits Schlüsselblumen, Küchenschellen, Traubenhyazinthen, Fingerkraut, Taubnessel und und und. Vielfalt zwischen Weinbergen kann funktionieren, wenn alle Beteiligte einbezogen werden. Am Kaiserstuhl ist das sichtbar. Deshalb kommen wir auch wieder. Auch wegen dem Wiedehopf. Gesehen haben wir ihn noch nicht aber in der Ferne haben wir einen rufen hören. Wupp, wupp, wupp.

Ralf Schreck – Kaiserstuhl Freund

Die Ästhetik der Fauna hat Lukas – LRS – in Szene gesetzt. Kann man bei solchen Aufnahmen noch von Ungeziefer reden?

DAS – David

LRS – Lukas

RMS – Ralf

DS – Doris (Küchenschelle mit Wildbiene)