Ostern 2020

In diesem Frühling ist alles anders. Dieses Ostern ist anders. Leiden, Sterben und Auferstehung erleben wir an diesem Festwochenende bewußter als in den vergangenen Jahren.

Das Tränende Herz bei der Rheinhalle hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung.
In diesem Frühling gibt es besonders viele tränende Herzen.

Draußen tobt der Frühling. Die Natur explodiert. So intensiv habe ich das noch nie erlebt. Werden wir achtsamer?

Ludwig Uhland hat das schön beschrieben.

Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und weben Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herz, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag.
Man weiß nicht, was noch kommen mag.
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal.
Nun, armes Herz, vergiß die Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Welch herrlich bunte Farbenpracht!

Ja, was wir jetzt dringend benötigen ist Hoffnung, Zuversicht und der Glaube daran, dass es „morgen“ wieder einmal normal wird. Symbole und Zeichen dafür können wir überall erkennen.

Pflanze einen Baum! Bernhard und Thomas haben in der Zwischenzeit beim Andi Bräu die Kastanie gepflanzt und die Fläche hergerichtet. Projekt 18 des ausgefallenen Umwelttages. Ja, wir müssen vorwärts blicken. Danke!
Im Bürgerpark leuchten die Zieräpfel um die Wette.
In Eggenstein, bei der Lindenschule habe ich ein Hotel gefunden, welches noch Zimmer für Gäste anbieten darf.
Die Rote Mauerbiene bei der Zimmersuche.
Der Grillplatz am Hardtwald lädt zum Verweilen. Wenn wir das wieder dürfen.
In Leopoldshafen leuchten die Flächen des öffentlichen Grüns um die Wette. Kleine, aber wichtige symbolhafte Zeichen, die die Welt für einen Moment besser aussehen lassen.
Beim Rathaus strahlt es ebenfalls in bunten Farben. Habt ihr schon bemerkt, dass die bunte Uhr abhanden gekommen ist? Hat wohl die Zeitumstellung nicht vertragen?
Symbole entdecken wir auch im privaten Bereich. Stimmt das nicht zuversichtlich?
Auch in Leo denkt man an Ostern.
Betrachte dir Blumen und das Herz geht auf. Hier auf dem Friedhof in Leo.
Und hier im Friedhof Eggenstein
Derzeit erleben wir eine Welle der Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit. Ureigenste menschliche Eigenschaften.
Welch unglaubliche Kräfte in uns schlummern.
Das ist mein Lieblingsbild der Woche. Zu sehen bei der Kita Regenbogenexpress. Wir sind eine Familie und passen auf uns auf.
Im Garten schmettert der Zaunkönig sein Lied. Minuten lang ertönt sein hoher Gesang. Im Krautland gegenüber hört man in den Pausen den Rivalen antworten.
Der stengellose Enzian glüht im schönsten Blau.
Am Blauregen schwirren die Blauen Holzbienen und nehmen Nektar auf.
Der alte Eidechsenmann schaut vorbei und aalt sich in der Sonne.
Auf dem Heimweg entdecke ich die Feldrehe im Tiefgestade zwischen Erdbeerhof und Pfinzkanal.
Bald haben sie das restliche Winterfell verloren und sind dann wieder im sommerlichen rotbraun zu sehen.
Beobachtungen auf Balkonien. Unser Briefbeschwererwürfel, der einige Zeit auf dem Balkon stand wurd kurzerhand von einer Mauerbiene als Nistquartier erkoren. Mittlerweile ist sie am Befüllen der letzen Röhre. Alle sechse kann man da nur sagen.
Auch den Supermond konnten wir vom Balkon erwischen. Zuhause muss nicht unbedingt langweilig sein.

Zum Schluss noch einige Gedanken zu Ostern von Philipp.

… Dem jungen Frühling aber macht die „Corona“ keine Beschwerden, er ist frei, er gehört zur ewigen Natur, bestimmt dazu den Menschen Freuden zu bringen auf Erden. Er kommt und geht mal früher, mal später, immer aber wie gezogen an einer unsichtbaren Schnur.

Menschliches Wohl, menschliches Leid, ist der Menschen Sache allein. So war es immer. Auch in der Osterzeit. Und so wird es immer auch sein

Und mir selbst machen die „Corona“ Viren noch nichts aus. Kommen sie durchs Fenster, werfe ich sie postwendend wieder hinaus. Mit meiner Frau lebe ich in Quarantäne schon lange. Wir sind das Alleinsein inzwischen gewohnt; Einsamkeit macht uns daher nicht mehr Bange.

Auch wir ziehen an einem Strange …

Philipp und Gertrud. Für sie bleiben wir zuhause.

Allen meinen Leserinnen und Lesern, Abonenntinnen und Abonennten, wünsche ich Frohe Ostern mit Hoffnung, Zuversicht, Glück und Gesundheit.

Ralf Schreck – Frühlingsfreund