Windenknöterich und Blattschneiderbiene

Blattschneiderbiene und Windenknöterich

Unser Eidechsen Biotop endet mit einer kleinen Trockenmauer, auf der sich ein Basaltstein befindet. Während wir Ausschau nach den Echsen hielten, beobachteten wir eine Biene, die plötzlich in einem Hohlraum dieses Steines verschwand. Nach kurzer Zeit kam sie wieder heraus und flog weg, um nach wenigen Minuten wieder zu kommen. Jetzt erkannten wir, dass sie ein Blattstück bei sich hatte, mit dem sie in der Höhle verschwand. Dieses Schauspiel wiederholte sich mehrere Male. Unsere Blicke waren geschärft, sodass wir die Flugbahn dieser Biene verfolgen konnten. Sie landete in der Nähe auf dem Blatt des Windenknöterichs (Fallopia convolvulus), aus dem sie ein kreisförmiges Stück herausschnitt. Diese Blattstücke werden in den Brutraum gebracht und damit tapeziert. In jede Zelle werden ein Pollenvorrat und ein Ei gelegt und die Zelle wird dann mit weiteren Blattstücken verschlossen. Es können auch Blätter anderer Laubgewächse sein. Anhand der halbkreisförmigen Schnittspuren an den Blatträndern kann man die Anwesenheit dieser Wildbiene erkennen.

Es ist eine Blattschneiderbiene der Gattung Megachile. Die Blattschneiderin ist eine sogenannte Bauchsammlerin. Der Pollenvorrat für die Brut wird nämlich in der Bauchbürste zum Nest transportiert. In jede Zelle des Hohlraums wird zum Pollenvorrat ein Ei gelegt, aus dem Ei schlüpft die Larve, später gibt es die Verpuppung und im kommenden Frühjahr schlüpft die fertige Biene.

Abenteuer im Garten. Aufregendes aus dem Leben der Wildbienen, von denen es in Deutschland mehr als 500 verschiedene Arten gibt.

Ralf Schreck – Wildbienenfreund

 

Mini Dinos im Garten

Eidechsen im Garten

Eidechsen waren schon immer im Garten. Seit 1984 beobachten wir sie. Schnell kamen wir auch auf die Idee, die Mini Dinos mit Mehlwürmern zu füttern. Nach wenigen Tagen waren sie bereits Hand zahm. Unsere Kinder sind mit ihnen aufgewachsen. Die Echsen waren immer ein guter Grund die Jungs ins Abenteuer, in den Garten zu locken. Dann überlegten wir, wie wir den Dino Lebensraum besser gestalten konnten. Eidechsen benötigen verschiedene Sonnenplätze und Versteckmöglichkeiten im Garten. Steine, Totholz und Reisig Haufen hatten wir schon. Aber noch keinen Trockenstandort, in welchen die Echsen sich zwecks Eiablage und Überwinterung eingraben konnten.

Gesagt, getan. Auf einer Fläche von etwa acht Quadratmetern legten wir eine Grube an, die wir mit lockerem Material, verschiedenen Kiesen und Sanden befüllten. Zwei Tonnen Material wurden bewegt. Bereits im nächsten Frühjahr waren die ersten Jungtiere in diesem Bereich zu beobachten. Die Alttiere erscheinen etwa zwei bis drei Wochen später. Schnell finden sich die Paare und belegen die angelegten Sonnenplätze. Im vergangenen Jahr konnten wir fünf Paare im Garten entdecken.

In der Paarungszeit zeigen sich die Männchen im leuchtend grünen Hochzeitskleid. Rivalen werden vertrieben. Auch gibt es Kämpfe. Vorspiel und Paarung können wir regelmäßig beobachten. In den folgenden Wochen werden die Weibchen dann immer dicker, bis sie verschwinden, um ihre Eier abzulegen. Im späten Sommer sind dann plötzlich die ersten Jungtiere da. Sie sind scheu und leben verborgen in der Vegetation, bis sie ausgewachsen sind.

Unser Garten ist nur 300 Quadratmeter groß aber dieses Refugium ist ein wahres Eidechsenparadies. Die Ferienspaßkinder, die alljährlich in unseren Garten kommen, können das bestätigen und gehen Freude strahlend nach Hause, weil sie eine Eidechse auf der Hand hatten. Wie kann man Natur besser vermitteln?

Ralf Schreck – Eidechsenfreund

 

Jahreszeiten

Jahreszeiten im Garten

Der Blick fällt auf unseren Bienenbeobachtungsstand und den vorderen Bereich des Gartens. Die Kamera hat 365 Tage lang versucht die einzigartigen Stimmungen einzufangen. Live ist es noch schöner. Der kalte Wind im Winter, die kurzen Tage am Ende des Jahres, die Vorfreude auf den Frühling, das erste Grün, der Ruf des Zaunkönigs, die ersten Blüten, heiße Sommertage, buntes Herbstlaub …

Nur wer selbst einmal einen Garten erlebt hat, kann das verstehen. Es ist mehr als eine Zusammenstellung von Gewächsen. Es ist das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren und dem Gärtner. Ein Geben und Nehmen. Das Leben eben.

 

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Fette Henne und Wollbiene

Fette Henne und Wollbiene

In unserem Garten wächst in einem Topf ein Sedum, die deutsche Bezeichnung ist Tripmadam, botanisch Sedum reflexum. Die kleinen walzenförmigen Blättchen kann man essen, wer`s will kann seinen Salat damit verfeinern. Zur Blütezeit im Juni kommen jedes Jahr die Wollbienen zur Tripmadam. Es ist Anthidium manicatum. Ein Männchen beansprucht dieses Revier für sich und wartet auf die Weibchen, um sich mit ihnen zu paaren. Andere Männchen und andere Insekten werden sehr rüpelhaft vertrieben. Eindringlinge werden im Flug regelrecht angerempelt. Das kann zu Verletzungen führen, denn Anthidium hat am Popo spitze Sporne (ein dreidorniger Endtergit), die beim Rempelflug eingesetzt werden. Die Wildbienen nutzen das Sedum als Revier, bekommen Nahrung und die Pflanze wird bestäubt. Netz Natur.

Wir Eggenstein-Leopoldshafener können uns glücklich schätzen über das Vorkommen dieser Wildbiene in unseren Gärten. Man sieht sie auch am Lavendel. Und wer Wollziest (Stachys byzantina) hat, kann die Weibchen beim Raspeln der Blattbehaarung beobachten, die für den Nestbau verwendet werden. Naturbeobachtungen im Garten, die wir unseren Kindern nicht vorenthalten dürfen.

Ralf Schreck – Naturfreund