Windenknöterich und Blattschneiderbiene

Blattschneiderbiene und Windenknöterich

Unser Eidechsen Biotop endet mit einer kleinen Trockenmauer, auf der sich ein Basaltstein befindet. Während wir Ausschau nach den Echsen hielten, beobachteten wir eine Biene, die plötzlich in einem Hohlraum dieses Steines verschwand. Nach kurzer Zeit kam sie wieder heraus und flog weg, um nach wenigen Minuten wieder zu kommen. Jetzt erkannten wir, dass sie ein Blattstück bei sich hatte, mit dem sie in der Höhle verschwand. Dieses Schauspiel wiederholte sich mehrere Male. Unsere Blicke waren geschärft, sodass wir die Flugbahn dieser Biene verfolgen konnten. Sie landete in der Nähe auf dem Blatt des Windenknöterichs (Fallopia convolvulus), aus dem sie ein kreisförmiges Stück herausschnitt. Diese Blattstücke werden in den Brutraum gebracht und damit tapeziert. In jede Zelle werden ein Pollenvorrat und ein Ei gelegt und die Zelle wird dann mit weiteren Blattstücken verschlossen. Es können auch Blätter anderer Laubgewächse sein. Anhand der halbkreisförmigen Schnittspuren an den Blatträndern kann man die Anwesenheit dieser Wildbiene erkennen.

Es ist eine Blattschneiderbiene der Gattung Megachile. Die Blattschneiderin ist eine sogenannte Bauchsammlerin. Der Pollenvorrat für die Brut wird nämlich in der Bauchbürste zum Nest transportiert. In jede Zelle des Hohlraums wird zum Pollenvorrat ein Ei gelegt, aus dem Ei schlüpft die Larve, später gibt es die Verpuppung und im kommenden Frühjahr schlüpft die fertige Biene.

Abenteuer im Garten. Aufregendes aus dem Leben der Wildbienen, von denen es in Deutschland mehr als 500 verschiedene Arten gibt.

Ralf Schreck – Wildbienenfreund

 

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