Umweltnachrichten 22.03.2020

Corona hat uns im Griff, dazu später mehr.

Auf dem Friedhof Eggenstein werden die Gräber, bei denen die Ruhefrist beendet ist und die abgeräumt sind, mit Rasen eingesät. Zusätzlich erhielten sie eine Zwiebelblumenbepflanzung. Das ist uns aufgefallen. Sieht schön aus und nützt den bedrohten Insekten. Dabei ist es nicht so eintönig narzissengelb wie im Ostring oder der Leopoldstrasse, sondern es wurden Krokusse in Sorten, Tulpen und andere verwendet. Buntes, welches zeitversetzt blüht. Danke für diese Aufmerksamkeit. Schrittsteine in die richtige Richtung.

Wenig Aufwand, tolle Idee. Da lacht das Gärtnerherz!

Die Corona Krise spitzt sich weiter zu. Kann ich morgen noch zur Arbeit? Fahren die Bahnen noch? Auf eine weitere Monatskarte habe ich verzichtet, und mir stattdessen ein „Fastenticket“ für 7 Tage gekauft. Das läuft am Sonntag ab und Montag fahre ich mit dem Auto zur Arbeit. Fasten habe ich mir eigentlich anders vorgestellt. Haben wir eigentlich genug Klopapier?

Wer in seinem Leben Bescheidenheit erlebt hat, kommt mit Krisen klar.

Im Bürgerpark wurden die Weiden geschnitten. Fachlich richtig. Nur zum falschen Zeitpunkt. Weiden sind Frühblüher und die erste Nahrung für die aus der Überwinterung gekommenen Insekten – Bienenweide eben. Jetzt ist diese Nahrungsquelle dahin. Der richtige Zeitpunkt wäre nach der Blüte gewesen, ca. Mitte April. Da diese Weidenart kleinwüchsig ist und an einem stark frequentierten Ort steht, brüten darin keine Vögel. Falls sich jemand auf das Schnittverbot wegen Vogelschutz beruft.

Die Weiden im Bürgerpark wurden geschnitten.
Bild vom 26.10.2014. An den Trieben sind die Blüten fürs Frühjahr bereits angelegt. Bitte vergesst in der aktuellen Krise die Ökologie nicht.

„Meine Friedhofsgärtner“ ordern Bodendecker für die Bepflanzung der Gräber. Noch ist das möglich. Beim Kommissionieren kullern Kindel vom Dachwurz auf den Boden. Gezielt sammle ich diese auf und mit einer Hand voll Sedumsprossen steige ich zuhause in die Pflanzenvermehrung ein. Als Zusatzprojekt für den ausgefallenen Umwelttag für die Lindenschule. Klaus wollte eigentlich den prämierten Vorgarten als Ersatzmaßnahme mit Schülern pflegen, schneiden, usw. Das hat er jetzt im Schnelldurchgang alleine gemacht. Den Rest werden wir nachholen.

Links sind die Rosetten vom Dachwurz (Sempervivum Hybriden), sogenannte Kindel, rechts Sprossen der Fetten Henne (Sedum album `Coral Carpet´). Die legt man auf mageres Substrat, drückt leicht an, wartet und beobachtet.
Blumenerde mit Sand gemischt, es geht auch Gartenerde. Wässern nicht vergessen, aber nicht zuviel, da diese Pflanzen Trockenheit ertragen. Die Pflanzen wissen, was zu tun ist und nach 14 Tagen haben sich die Würzelchen gebildet. Kann man gut mit KIndern machen.

Corona bestimmt immer mehr unser Leben. Um mich zu informieren gehe ich auf die Seite der Gemeinde – www.egg-leo.de – . Dort gibt es umfassende Hinweise. Und täglich wird aktualisiert. Beim Lesen dieser ernsten Botschaften spüre ich, dass im Rathaus alles unternommen wird, um das gemeindliche Leben aufrecht zu erhalten. Uns Bürgerinnen und Bürger mit Informationen zu versorgen und Hilfestellungen anzubieten. Deshalb ist es an der Zeit dem kompletten Rathausteam „Danke“ zu sagen, für ihren Einsatz für unser aller Wohl. Dasselbe gilt unseren Gemeinderätinnen und Räten. Die öffentlichen Sitzungen besuche ich derzeit nicht mehr. Infos bekomme ich auch aus anderen Quellen und Unterstützung kann ich aktuell durch bewusste Abwesenheit besser leisten.

Gemeinsam meistern wir Corona. Hören wir auf die Botschaften von Gemeinde, Land und Bund. Hungern wir das Virus aus und bleiben daheim!
Foto vom 04.07.2017 – Gruppenfoto der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen.
Danke für Euren derzeit schwierigen Einsatz und bleibt gesund!
Foto vom 02.07.2019 – unser neuer Gemeinderat. Es fehlt nur der Arnold, aber das hat nichts mit dem Kreisel zu tun.
Danke auch Euch für Eure Arbeit, bleibt gesund, wir denken an Euch!
Wohlfühlen in Vielfalt geht jetzt am besten, wenn alle das machen „Was gsagt wird“!

Im Kreisel beim Ostring, dort wo das „Heckert-Schild“ steht, gibt es eine kleine Kolonie Frühlingsseidenbienen. Die Männchen schwärmen seit einer Woche, die Weibchen sind gerade dabei neue Nistgänge im Boden anzulegen. Am Freitagnachmittag bei noch schönem Wetter konnte ich das Treiben beobachten. Sollten dort Pflanzarbeiten erfolgen würde man das Zerstören der Erdnester in Kauf nehmen. Wie verfahren wird, wird mit dem Kreisökologen besprochen.

Sieht nicht wirklich schön aus, aber dort gibt es eine Kolonie Frühlingsseidenbienen (Colletes cunicularius).
Loch an Loch reihen sich die Eingänge der Erdnester. Auch in der mit Gras bewachsenen Fläche. Die Weibchen sind gerade dabei dort neue Nester für den Nachwuchs 2021 anzulegen. Worauf legen wir mehr Wert? Optik oder Insektenschutz?
Erdhöhle vom Weibchen gegraben. Im Bild oben sind die Löcher der geschlüpften Bienen.

Beim Dachsbau geht das Leben weiter. Die vorbeiziehenden Rehböcke haben ihr Gehörn noch im Bast. Der Fuchs kam diese Woche nicht vorbei, aber der Dachs scheint einen neuen Bau graben zu wollen. Angefangen hat er. Auch der alte Fasanengockel erscheint vor der Kamera und zeigt seine Revierrufe, während er dabei flattert. Das waren vorerst meine letzten Freilandexkursionen, denn seit Samstag herrscht das Betretungsverbot.

Der Dachs beim begonnenen Bau. Auf den Videos ist es besser zu erkennen. Die Akkus halten 10 Tage. Wir werden sehen …
Der Fasanen Gockel streift in seinem Revier umher.

Ralf Schreck – Umweltaktivist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.